Zum Inhalt springen
Akkord

Verminderter Dreiklang

Zwei kleine Terzen übereinander; die Quinte ist vermindert. Steht in Dur auf der siebten Stufe.

Was es bedeutet

Der verminderte Dreiklang besteht aus zwei übereinandergeschichteten kleinen Terzen; zwischen Grundton und Quinte liegt eine verminderte Quinte. In C-Dur steht er leitereigen auf der siebten Stufe: h, d, f. Im Jazz erscheint er selten allein, meist als Teil des verminderten oder halbverminderten Septakkords.

Musikalische Verwendung

Weil die verminderte Quinte dissonant ist, ruht der Klang nicht, sondern verlangt Weiterführung. Funktionstheoretisch wird er auf der siebten Stufe in Dur als verkürzter Dominantseptakkord gedeutet: Lässt man vom D7 den Grundton weg, bleiben Terz, Quinte und Septime — genau dieser Dreiklang. Er enthält den Tritonus des D7 und löst sich entsprechend in die Tonika auf, der Leitton aufwärts, die verminderte Quinte zusammen.

Auf der zweiten Stufe in Moll gehört er dagegen zur Subdominante und führt zur Dominante.

Im vierstimmigen Satz steht der verminderte Dreiklang bevorzugt als Sextakkord, also mit der Terz im Bass; die Grundstellung wird gemieden, weil der Leitton im Bass und die verminderte Quinte über ihm schwer klingen. Verdoppelt wird die Terz, nicht der Grundton, denn dieser ist in Dur der Leitton, dessen Verdopplung zu Oktavparallelen führen würde.

Erweitert um eine weitere Terz ergeben sich zwei verschiedene Septakkorde: mit kleiner Septime der halbverminderte, mit verminderter Septime der vollverminderte. Der Unterschied ist hörbar und für die Deutung entscheidend.

Englisch heißt er diminished triad. ## Weitere Bezeichnungen

Diminuierter Akkord ist eine vom englischen diminished chord abgeleitete Bezeichnung. Sie ist im Deutschen weniger üblich und kann missverständlich sein, weil im Jazz mit diminished häufig der verminderte Septakkord gemeint ist. Im Akkordsymbol erscheint der Dreiklang als „dim“ oder mit einem kleinen Kreis.

Spielpraxis

Deute den Klang aus dem Zusammenhang — meist vertritt er die Dominante. Führe den Leitton aufwärts und die verminderte Quinte zusammen. Und prüfe beim eigenen Setzen die Lage: Als Sextakkord klingt der Klang deutlich besser als in Grundstellung.