Übermäßige Quarte
Die übermäßige Quarte umfasst sechs Halbtöne und ist eine um einen Halbton erweiterte reine Quarte. Zusammen mit der verminderten Quinte bildet sie den Tritonus. Auf temperierten Instrumenten klingen beide gleich, doch die Schreibweise sagt etwas über Herkunft und Fortführung.
- Halbtöne
- 6
- Beispiel
- f–h
- Gleicher Klang wie
- verminderte Quinte (h–f)
- Umkehrung
- verminderte Quinte
- Dur-Tonleiter
- zwischen der vierten und siebten Stufe
Sechs Halbtöne
Die reine Quarte hat fünf Halbtöne, zum Beispiel c–f. Erweitert man sie um einen Halbton, entsteht die übermäßige Quarte: c–fis oder f–h. Das sind drei Ganztöne in Folge, daher der Name Tritonus. Auf der Intervallseite der Site wird erklärt, warum er „Diabolus in Musica“ genannt wurde: Intervalle.
Übermäßige Quarte gegen verminderte Quinte
Links f–h: vier Stufen, also eine Quarte, übermäßig, weil sie sechs Halbtöne umfasst. Rechts f–ces: fünf Stufen, eine Quinte, vermindert. Beide klingen auf dem Klavier gleich (f und h auf den weißen Tasten gegen f und ces, die ebenfalls h ist). Welche Schreibweise gilt, bestimmt der harmonische Zusammenhang.
Auflösung der übermäßigen Quarte
Die übermäßige Quarte f–h strebt auseinander: f fällt nach e, h steigt nach c, es entsteht die kleine Sexte e–c. Die verminderte Quinte h–f zieht sich dagegen zusammen: h steigt nach c, f fällt nach e, es entsteht die große Terz c–e. Dieselben Töne, zwei Richtungen.
Im Glossar: Tritonus · Intervallumkehrung
Quarte oder Quinte?
Der Unterschied zur verminderten Quinte ist im Notenbild an der Stufenzahl abzulesen: f–h überspannt vier Stufen (f, g, a, h), f–ces fünf (f, g, a, b, ces). Welche Schreibweise gewählt wird, richtet sich nach dem harmonischen Zusammenhang und der Auflösung.
| Übermäßige Quarte | Verminderte Quinte | |
|---|---|---|
| Beispiel | f–h | h–f |
| Stufen | vier | fünf |
| Halbtöne | 6 | 6 |
| Tendenz | Töne streben auseinander | Töne ziehen sich zusammen |
Wo man sie findet
In der Durtonleiter entsteht die übermäßige Quarte zwischen der vierten und der siebten Stufe, in C-Dur zwischen f und h. Beide Töne gehören zum Dominantseptakkord G7, in dem h (Terz) und f (Septime) einen Tritonus bilden. Das ist der Kern der Spannung, die sich in der Tonika löst.
Im lydischen Modus liegt die übermäßige Quarte zwischen Grundton und vierter Stufe, in F-Lydisch zwischen f und h. Diese erhöhte vierte Stufe prägt den offenen, weiten Klang der Tonart. Auch in alterierten Klängen und Zwischendominanten ist das Intervall geläufig.
Historisch galt der Tritonus im melodischen Verlauf als zu meiden. Die musica ficta diente unter anderem dazu, ihn durch Erhöhung oder Erniedrigung eines Tones zu vermeiden.
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Verwandte Begriffe
TritonusIntervallumkehrungLydischDominanteSeptakkordLeittonÜbermäßige Sekunde
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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