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Intervall

Übermäßige Quarte

Die übermäßige Quarte umfasst sechs Halbtöne und ist eine um einen Halbton erweiterte reine Quarte. Zusammen mit der verminderten Quinte bildet sie den Tritonus. Auf temperierten Instrumenten klingen beide gleich, doch die Schreibweise sagt etwas über Herkunft und Fortführung.

Halbtöne
6
Beispiel
f–h
Gleicher Klang wie
verminderte Quinte (h–f)
Umkehrung
verminderte Quinte
Dur-Tonleiter
zwischen der vierten und siebten Stufe

Sechs Halbtöne

Die reine Quarte hat fünf Halbtöne, zum Beispiel c–f. Erweitert man sie um einen Halbton, entsteht die übermäßige Quarte: c–fis oder f–h. Das sind drei Ganztöne in Folge, daher der Name Tritonus. Auf der Intervallseite der Site wird erklärt, warum er „Diabolus in Musica“ genannt wurde: Intervalle.

Übermäßige Quarte gegen verminderte Quinte

Links f–h: vier Stufen, also eine Quarte, übermäßig, weil sie sechs Halbtöne umfasst. Rechts f–ces: fünf Stufen, eine Quinte, vermindert. Beide klingen auf dem Klavier gleich (f und h auf den weißen Tasten gegen f und ces, die ebenfalls h ist). Welche Schreibweise gilt, bestimmt der harmonische Zusammenhang.

Auflösung der übermäßigen Quarte

4 4

Die übermäßige Quarte f–h strebt auseinander: f fällt nach e, h steigt nach c, es entsteht die kleine Sexte e–c. Die verminderte Quinte h–f zieht sich dagegen zusammen: h steigt nach c, f fällt nach e, es entsteht die große Terz c–e. Dieselben Töne, zwei Richtungen.

Im Glossar: Tritonus · Intervallumkehrung

Quarte oder Quinte?

Der Unterschied zur verminderten Quinte ist im Notenbild an der Stufenzahl abzulesen: f–h überspannt vier Stufen (f, g, a, h), f–ces fünf (f, g, a, b, ces). Welche Schreibweise gewählt wird, richtet sich nach dem harmonischen Zusammenhang und der Auflösung.

Übermäßige QuarteVerminderte Quinte
Beispielf–hh–f
Stufenvierfünf
Halbtöne66
TendenzTöne streben auseinanderTöne ziehen sich zusammen

Wo man sie findet

In der Durtonleiter entsteht die übermäßige Quarte zwischen der vierten und der siebten Stufe, in C-Dur zwischen f und h. Beide Töne gehören zum Dominantseptakkord G7, in dem h (Terz) und f (Septime) einen Tritonus bilden. Das ist der Kern der Spannung, die sich in der Tonika löst.

CIG7/FV²C/EI⁶

Im lydischen Modus liegt die übermäßige Quarte zwischen Grundton und vierter Stufe, in F-Lydisch zwischen f und h. Diese erhöhte vierte Stufe prägt den offenen, weiten Klang der Tonart. Auch in alterierten Klängen und Zwischendominanten ist das Intervall geläufig.

Historisch galt der Tritonus im melodischen Verlauf als zu meiden. Die musica ficta diente unter anderem dazu, ihn durch Erhöhung oder Erniedrigung eines Tones zu vermeiden.

Zum Üben: Spiele am Klavier f und h zusammen, f unten, und löse nach außen auf: f nach e, h nach c. Spiele danach h unten und f oben und löse nach innen auf: h nach c, f nach e. Höre, wie dieselben Töne einmal weit und einmal eng enden.