Diapason
Griechisch für Oktave; im Französischen auch Stimmton und Stimmgabel.
Was es bedeutet
Diapason geht auf das griechische dia pason (chordon) zurück, wörtlich durch alle (Saiten bzw. Töne), und bezeichnete ursprünglich das Intervall, das entsteht, wenn man von einem Ton bis zu seiner Wiederholung durch alle Töne der Tonleiter hindurchgeht: die Oktave. In der antiken griechischen Musiktheorie war Diapason damit einer der grundlegenden Intervallbegriffe neben Diapente (Quinte) und Diatessaron (Quarte).
Im Lauf der Musikgeschichte wanderte der Begriff, vor allem im Französischen, von der reinen Intervallbezeichnung hin zu einer zweiten Bedeutung: dem Stimmton, also der als Bezugspunkt festgelegten Tonhöhe, nach der ein Ensemble oder Instrument gestimmt wird (im Deutschen meist Kammerton genannt). Da dieser Stimmton in der Praxis mit einer Stimmgabel abgenommen und weitergegeben wurde, ging die Bezeichnung diapason im Französischen zusätzlich auf das Gerät selbst über und bezeichnet dort umgangssprachlich auch die Stimmgabel.
Weitere Bezeichnungen
Diapason ist damit nicht gleichzusetzen mit der Stimmgabel als Werkzeug im engeren Sinn: Während Stimmgabel das physische Gerät bezeichnet, mit dem ein Ton erzeugt wird, umfasst Diapason ursprünglich das Intervall Oktave und in seiner erweiterten Bedeutung den festgelegten Stimmton als musikalische Bezugsgröße, unabhängig davon, mit welchem Hilfsmittel er erzeugt wird. Erst durch die enge Verknüpfung von Stimmton und Stimmgabel in der französischen Sprachpraxis kam es zur Bedeutungsüberschneidung, die diese Seite bewusst offenlegt.