Division
Englische Bezeichnung für improvisatorische Variationen einer Oberstimme über einem gleichbleibend wiederholten Grundbass, vor allem im 16. und 17. Jahrhundert.
Was es bedeutet
Division ist die englische Bezeichnung für eine Technik, bei der eine gegebene Melodie oder ein Grundbass durch schnellere, verzierende Notenwerte „geteilt“ wird, daher der Name: Ein langer Ton oder ein einfacher melodischer Umriss wird in eine Folge kürzerer Töne aufgelöst. Grundlage ist meist ein ground, ein kurzes, gleichbleibend wiederholtes Bassmuster, über dem die Oberstimme in immer neuen, kunstvolleren Varianten fortgeführt wird.
Der Begriff ist eng mit der englischen Musikpraxis des 16. und 17. Jahrhunderts verbunden, wird gelegentlich aber auch allgemeiner für die Aufspaltung eines Tons oder einer Phrase in schnellere Notenwerte verwendet.
Musikalische Verwendung
Divisions wurden vor allem für Solo- und Consort-Musik der Gambe und der Violine geschrieben; ein bekanntes Lehrwerk der Zeit, Christopher Simpsons The Division-Viol (1659), beschreibt ausführlich, wie über einem Grundbass improvisiert und komponiert wird. Auch in der Vokalmusik und in Verzierungspraktiken auf anderen Instrumenten kommt das Prinzip vor.
Abzugrenzen ist die Division vom Basso ostinato im weiteren Sinn: Der Basso ostinato bezeichnet allgemein das wiederholte Bassmuster selbst, die Division dagegen die darüberliegende, sich verändernde und zunehmend verzierende Oberstimme. Verwandt, aber nicht identisch ist die Diminution, bei der ein bestehender Cantus firmus durch kürzere Notenwerte umspielt wird; die Division geht meist von einem Bassmuster, die Diminution häufiger von einer vorgegebenen Melodie aus.
Spielpraxis
Übe Divisions zunächst über einem einfachen, langsam gespielten Grundbass, um das harmonische Gerüst sicher im Ohr zu haben, bevor du es mit Verzierungen umspielst. Steigere die rhythmische Dichte von Durchgang zu Durchgang, statt gleich mit der schnellsten Variante zu beginnen, damit die improvisatorische Steigerung hörbar bleibt.