Dixieland
Früher Jazzstil aus New Orleans mit kollektiver Improvisation von Trompete, Klarinette und Posaune.
Was es bedeutet
Dixieland bezeichnet einen frühen Jazzstil, der um 1900 in New Orleans entstand und in den 1910er- und 1920er-Jahren populär wurde. Kennzeichnend ist eine Besetzung aus einer Melodiegruppe – meist Trompete oder Kornett, Klarinette und Posaune – über einer Rhythmusgruppe aus Banjo oder Gitarre, Kontrabass oder Tuba sowie Schlagzeug. Der Name geht auf die umgangssprachliche Bezeichnung „Dixie“ für die Südstaaten der USA zurück.
In engerem Sinn meint Dixieland vor allem die Weiterführung und kommerzielle Verbreitung dieses New-Orleans-Stils durch weiße Musiker und Bands ab den 1910er-Jahren, während „New Orleans Jazz“ oft die ursprüngliche, stärker von afroamerikanischen Musikern geprägte Spielweise bezeichnet. Die beiden Begriffe werden im allgemeinen Sprachgebrauch jedoch häufig synonym verwendet.
Musikalische Verwendung
Zentral für den Dixieland-Stil ist die kollektive Improvisation: Trompete, Klarinette und Posaune umspielen gleichzeitig die Melodie, wobei jedes Instrument eine eigene Rolle übernimmt, meist Trompete für die Hauptlinie, Klarinette für schnelle Umspielungen darüber und Posaune für eine tragende Gegenstimme darunter. Diese Mehrstimmigkeit unterscheidet den Stil von späteren Jazzformen, in denen die Musiker meist nacheinander solistisch improvisieren.
Abzugrenzen ist Dixieland vom späteren Swing, bei dem größere Bigbands mit ausgeschriebenen Arrangements und Sologesängen dominieren, sowie vom Ragtime, der vor allem eine komponierte, synkopierte Klaviermusik ohne kollektive Improvisation ist, aber als eine der musikalischen Wurzeln des Dixieland gilt. Ab den 1940er-Jahren erlebte der Stil unter dem Namen Dixieland-Revival eine bewusste Wiederbelebung, oft als traditionalistische Gegenbewegung zum modernen Bebop.
Spielpraxis
Beim gemeinsamen Improvisieren im Dixieland-Stil hörst du vor allem auf die anderen Melodieinstrumente: Lass der Trompete den Vortritt für die Hauptmelodie und finde für Klarinette oder Posaune eine Linie, die sich ergänzt statt überlagert. Halte den Grundpuls in der Rhythmusgruppe stabil und tanzbar, da die kollektive Improvisation der Bläser nur über einem verlässlichen rhythmischen Fundament funktioniert.