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Form

Folia

Iberisches Tanz- und Bassmodell („La Folia“), vielfach variiert.

Was es bedeutet

Die Folia, auch „La Folia“ oder „Follia“, ist ein iberisches Tanz- und Bassmodell, das im 15. und 16. Jahrhundert in Spanien und Portugal entstand. Sie besteht aus einer wiederkehrenden Akkordfolge mit charakteristischem Bassverlauf, über der sich Melodien und Variationen entfalten. Das Wort bedeutet ungefähr „Torheit“ oder „Tollheit“ und verweist auf den ausgelassenen Ursprung des Tanzes.

Musikalische Verwendung

Ab dem 17. Jahrhundert wurde die Folia in ganz Europa zum beliebtesten Modell für Variationen. Bekannte Bearbeitungen stammen von Arcangelo Corelli, dessen Violinsonate op. 5 Nr. 12 (1700) aus 23 Variationen besteht, von Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach und später von Franz Liszt und Sergei Rachmaninow. Typisch ist die Moll-Folge etwa d–A–d–C–F–C–d–A–d in d-Moll, die im dreizeitigen Takt ruhig und feierlich klingt.

Abzugrenzen ist die Folia von der Chaconne und der Passacaglia, die ebenfalls über wiederkehrende Bässe variieren, aber andere Bassmodelle nutzen. Auch vom Ostinato im weiteren Sinn unterscheidet sie sich dadurch, dass sie nicht nur ein Bassmotiv, sondern ein ganzes harmonisches Modell festlegt.

Spielpraxis

Höre beim Spiel oder Hören einer Folia auf das Grundmodell und verfolge, wie sich die Variationen darüber steigern. Gestalte die Folge in der Regel würdevoll und mit klar betontem Taktschwerpunkt, und plane die Dynamik über die ganze Variationskette, damit sich die Spannung Schritt für Schritt aufbaut.