Forlane
Lebhafter Tanz aus Friaul im 6/8-Takt.
Was es bedeutet
Die Forlane, italienisch Furlana, ist ein lebhafter Tanz, der ursprünglich aus dem Friaul im Nordosten Italiens stammt. Sie steht im 6/8-Takt, seltener im 6/4-Takt, und ist durch punktierte Rhythmen und ein hüpfendes, schwungvolles Gepräge gekennzeichnet.
Musikalische Verwendung
Im 17. und 18. Jahrhundert gelangte die Forlane über Venedig nach Frankreich und in den Barock-Suiten- und Opernstil. Beispiele finden sich in Johann Sebastian Bachs Orchestersuite C-Dur BWV 1066, in François Couperins Concerts royaux und viel später in Maurice Ravels Le Tombeau de Couperin (1917), wo er die barocke Form aufgreift. Als Bühnentanz begegnet sie in französischen Ballettopern.
Abzugrenzen ist die Forlane von der Gigue, die ebenfalls im 6/8-Takt steht, aber schneller und meist kontrapunktisch gearbeitet ist, sowie von der Tarantella und der Farandole, die sich durch Herkunft und Bewegungsform unterscheiden. Die Forlane wirkt eher würdevoll-lebhaft als wild.
Spielpraxis
Spiele die Forlane mit fließendem, elegantem Schwung und deutlicher Betonung der punktierten Rhythmen, ohne sie zu hart zu machen. Achte auf zwei klare Schwerpunkte pro Takt und auf Verzierungen, die im französischen Stil sparsam und geschmackvoll eingesetzt werden.