Gavotte
Französischer Tanz im geraden Takt mit halbtaktigem Auftakt.
Was es bedeutet
Die Gavotte ist ein französischer Tanz im geraden Takt, meist im Alla-breve- oder 4/4-Takt. Ihr Kennzeichen ist der halbtaktige Auftakt: Das Stück beginnt mit zwei Vierteln vor dem ersten Taktschwerpunkt. Das Tempo ist mäßig bewegt, der Charakter heiter und graziös.
Musikalische Verwendung
Die Gavotte soll aus der französischen Bergregion um Gap stammen und wurde im 17. Jahrhundert zum Hoftanz. Jean-Baptiste Lully führte sie in Oper und Ballett ein, und im Barock wurde sie fester Bestandteil der Suite, etwa in den Französischen und Englischen Suiten von Johann Sebastian Bach. Auch später wurde sie aufgegriffen, zum Beispiel in Sergei Prokofjews Symphonie classique.
Abzugrenzen ist die Gavotte vom Menuett im Dreiertakt, das ruhiger und stärker höfisch ist, und vom Rigaudon, der ebenfalls im geraden Takt steht, aber lebhafter ist und einen kürzeren Auftakt hat. Die Gigue steht im Dreier- oder Sechsachteltakt und ist schneller.
Spielpraxis
Spiele die Gavotte mit leichter, tänzerischer Betonung des halbtaktigen Auftakts und spürbarer Zwei-Halbe-Gliederung. Achte auf klare Phrasenenden und lasse die Verzierungen anmutig und zurückhaltend erklingen.