Free Jazz
Jazzstil ab etwa 1960, der feste Harmonie-, Takt- und Formschemata aufgibt (Ornette Coleman).
Was es bedeutet
Free Jazz ist ein Jazzstil, der ab etwa 1960 entstand und feste Harmonie-, Takt- und Formschemata aufgibt. Die Musiker improvisieren frei, oft kollektiv und ohne vorgegebene Akkordfolge, und gestalten Tonhöhe, Rhythmus und Klangfarbe nach dem Augenblick.
Musikalische Verwendung
Als Wegbereiter gilt der Saxofonist Ornette Coleman, dessen Album Free Jazz: A Collective Improvisation (1960) dem Stil den Namen gab. Weitere prägende Musiker sind John Coltrane in seiner späten Phase, Albert Ayler und der Pianist Cecil Taylor. Auch in Europa entwickelte sich eine eigenständige Szene, etwa mit dem Saxofonisten Peter Brötzmann. Der Free Jazz gilt als radikaler Bruch mit den Konventionen des Bebop und des Modal Jazz.
Abzugrenzen ist der Free Jazz vom Bebop, der zwar schnell und frei improvisiert, aber an feste Akkordfolgen gebunden ist, und vom Modal Jazz, der Skalen als Grundlage nutzt. Von der Neuen Musik der Komponisten unterscheidet er sich dadurch, dass er auf Improvisation im Moment beruht statt auf einer ausgearbeiteten Partitur.
Spielpraxis
Höre im Free Jazz auf das Zusammenspiel der Musiker: Sie reagieren aufeinander, statt einem Schema zu folgen. Wenn du selbst improvisierst, höre aufmerksam zu, greife Motive der anderen auf und nutze auch Stille und Geräusche als Ausdrucksmittel.