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Solmisation

Mutation

Übergang von einem Hexachord ins andere durch Umdeutung eines Tones in der Solmisation.

Was es bedeutet

In der mittelalterlichen Solmisation sind die Töne in Sechstonreihen, den Hexachorden, geordnet, die mit den Silben ut, re, mi, fa, sol, la benannt werden. Melodien reichen aber oft über sechs Töne hinaus. Dann wechselt der Sänger in ein anderes Hexachord und benennt einen gemeinsamen Ton neu: Eine Note, die im ersten Hexachord „la“ heißt, wird im zweiten zum „re“, und die Melodie kann weitergesungen werden. Diesen Wechsel nennt man Mutation.

Musikalische Verwendung

Die Hexachorde begannen auf G, C oder F und überlagerten sich, sodass es viele gemeinsame Töne gab. Die Mutation funktioniert deshalb wie ein Drehpunkt. Sie wurde bis in die Renaissance gelehrt und wird Guido von Arezzo und seiner Schule zugeschrieben, die die Solmisation weiterentwickelten. Mit dem Aufkommen des Dur-Moll-Systems verlor sie an Bedeutung.

Abzugrenzen ist die Mutation vom Stimmwechsel, dem Stimmbruch in der Pubertät, der denselben Namen trägt, und von der Modulation, dem Tonartwechsel: Die Mutation betrifft nur die Silbenbenennung.

Spielpraxis

Wenn du mittelalterliche Melodien mit Solmisation übst, suche zuerst die gemeinsamen Töne der Hexachorde und singe an diesen Stellen bewusst die neue Silbe. So hörst du den Übergang und verstehst, wie die Sänger Intervalle im Kopf ordneten.