Opus
Opus heißt auf Latein „Werk“. Eine Opuszahl, abgekürzt „op.“, nummeriert die Werke eines Komponisten in der Reihenfolge, in der sie erschienen. Für viele Komponisten gibt es außerdem Verzeichnisse mit eigenen Kürzeln, etwa BWV bei Bach oder D. bei Schubert, weil nicht alle Stücke eine Opuszahl tragen.
- Bedeutung
- lateinisch „Werk“, abgekürzt op.
- Vergeben von
- meist vom Verlag, nicht vom Komponisten
- Zählt nach
- Erscheinen, nicht zwingend nach Entstehung
- Ohne Opuszahl
- WoO (Werk ohne Opuszahl), BWV, D. und andere Kürzel
Ein Werk, eine Zahl
Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Werk“. Seit dem 17. Jahrhundert nummerieren Komponisten und Verlage die Veröffentlichungen, damit man sie auseinanderhält. Die Zahl sagt deshalb zunächst nur, wann ein Werk erschien, und nicht unbedingt, wann es entstand. Spät gedruckte Frühwerke tragen eine hohe Opuszahl, und Werke, die erst nach dem Tod des Komponisten erschienen, werden oft mit „op. posth.“ bezeichnet, also nachgelassen.
| Kürzel | Bedeutung | Gilt für | Beispiel im Notenarchiv |
|---|---|---|---|
| op. | Opus, Opuszahl | alle Komponisten, vom Verlag vergeben | Schumann, op. 68 Nr. 6; Grieg, op. 46 Nr. 4 |
| WoO | Werk ohne Opuszahl | vor allem Beethoven | Für Elise, WoO 59 |
| BWV | Bach-Werke-Verzeichnis | Johann Sebastian Bach | Invention Nr. 1 C-Dur, BWV 772 |
| D. | Deutsch-Verzeichnis | Franz Schubert | Der Tod und das Mädchen, D. 531 |
| Anh. | Anhang | Zusatz zu einem Verzeichnis, für unsichere oder verlorene Stücke | Menuett G-Dur (Petzold), BWV Anh. 114 |
Wenn die Opuszahl fehlt
Nicht jedes Stück hat eine Opuszahl. Kleine Werke, ungedruckte Stücke und Gelegenheitswerke bleiben oft ohne. Dafür haben Forschende Verzeichnisse angelegt, die jedes Werk eines Komponisten durchzählen. Bei Beethoven fasst man die Stücke ohne Opuszahl als „WoO“ zusammen, bei Bach gilt das Bach-Werke-Verzeichnis (BWV), bei Schubert das Verzeichnis von Otto Erich Deutsch (D.), bei Mozart das von Köchel (KV). Der Zusatz „Anh.“ weist auf den Anhang eines Verzeichnisses hin, in dem Stücke mit unsicherer Zuschreibung stehen. Das Menuett aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach etwa, das im Archiv als „BWV Anh. 114“ geführt wird, nennt in der Fassung der Notensammlung Christian Petzold als Komponisten und nicht Bach selbst.
Gleiche Opuszahl, verschiedene Komponisten
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Etüde Nr. 7 Matteo Carcassi, op. 60 Nr. 7 · Gitarre · 2 Seiten
Das Archiv führt die Etüde als op. 60 Nr. 7 von Carcassi.
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Lektion Nr. 5 Fernando Sor, op. 60 Nr. 5 · Gitarre · 1 Seite
Auch Sors Lektionen laufen unter op. 60. Dieselbe Opuszahl bei zwei Komponisten ist kein Widerspruch, denn jeder Komponist zählt für sich.
Ohne Opuszahl
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Für Elise Ludwig van Beethoven, WoO 59 · Klavier · 3 Seiten
Eines der bekanntesten Klavierstücke trägt keine Opuszahl, sondern die Nummer 59 im Verzeichnis der Werke ohne Opuszahl.
Ein Zyklus unter einer Opuszahl
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Armes Waisenkind Robert Schumann, op. 68 Nr. 6 · Klavier · 1 Seite
Opus 68 ist eine ganze Sammlung kleiner Klavierstücke. Die Nummer hinter der Opuszahl bezeichnet das einzelne Stück im Zyklus.
Zählen und Suchen
Praktisch hilft die Opuszahl beim Finden: Wer einen Titel wie „Sonate“ oder „Etüde“ sucht, braucht die Zahl, um die richtige Ausgabe zu treffen. Dabei sind zwei Fallen zu beachten. Erstens zählt jeder Komponist für sich, die Zahl allein reicht also nie. Zweitens vergibt man bei Sammlungen die Opuszahl für das ganze Heft und zählt die Stücke darin gesondert, so wie bei Schumanns op. 68 und Griegs op. 46.
Häufige Fehler
- Opuszahl als Entstehungsdatum lesen: Sie zählt das Erscheinen.
- Zwei Komponisten mit gleicher Opuszahl verwechseln: Carcassi und Sor haben beide ein op. 60.
- „Anh.“ für eine Nummer halten: Es bezeichnet den Anhang eines Verzeichnisses.