Zum Inhalt springen
Theorie

Opus

Werk, gezählt als op. Nummer.

Was es bedeutet

Opus heißt „Werk" und bezeichnet mit einer beigefügten Zahl ein Werk innerhalb der Zählung eines Komponisten — abgekürzt op., im Plural opp. Die Zahl dient der Unterscheidung: Sie macht deutlich, welches von mehreren Stücken gleicher Gattung und Tonart gemeint ist.

Musikalische Verwendung

Opuszahlen in der Regel keine Entstehungsfolge abbilden. Sie wurden meist bei der Veröffentlichung vergeben, und die Reihenfolge der Drucke entsprach nicht der Reihenfolge der Entstehung: Jugendwerke erschienen manchmal spät, späte Werke früh, und einige Zahlen wurden von Verlegern ohne Rücksprache vergeben oder doppelt verwendet. Werke, die zu Lebzeiten nicht gedruckt wurden, tragen häufig gar keine Opuszahl; für sie hat sich die Bezeichnung als „ohne Opuszahl" eingebürgert. Eine Opuszahl kann zudem mehrere Stücke umfassen, die als Sammlung erschienen sind, und wird dann durch eine zweite Zahl untergliedert.

Wegen dieser Unzuverlässigkeit haben sich für zahlreiche Komponisten eigene Werkverzeichnisse durchgesetzt, die nach Gattungen oder nach gesicherter Chronologie ordnen und mit eigenen Kürzeln arbeiten. Sie sind heute die verlässlichere Angabe, und in wissenschaftlicher Literatur wird meist nach ihnen zitiert.

Für die Praxis bedeutet das: Wer ein Werk eindeutig benennen will, nennt Gattung, Tonart und Verzeichnisnummer; die Opuszahl allein kann mehrdeutig sein.

Die Opuszahl zählt Werke in der Reihenfolge ihrer Veröffentlichung, nicht immer ihrer Entstehung. Verlage vergaben die Zahlen oft, und bei manchen Komponisten sind sie lückenhaft oder doppelt vergeben. Deshalb gibt es für viele Komponisten eigene Werkverzeichnisse mit Kürzeln wie BWV für Bach, KV für Mozart oder D für Schubert. Werke ohne Opuszahl werden mit WoO bezeichnet. ## Spielpraxis

Prüfe bei Bestellungen und Programmangaben, ob die Bezeichnung eindeutig ist — bei Sammlungen gehört die Binnennummer dazu. Ziehe aus einer Opuszahl keine Schlüsse auf Reifegrad oder Entstehungszeit; dafür ist das Werkverzeichnis zuständig. Und achte bei Ausgaben darauf, welche Zählung sie verwendet, damit beim Zusammenspiel nicht zwei verschiedene Stücke gemeint sind.