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Form

Tonsatz

Schriftlich fixierte Komposition.

Was es bedeutet

Tonsatz bezeichnet im weiteren Sinn die ausgearbeitete, schriftlich festgelegte Gestalt einer Komposition — das Gefüge der Stimmen, Klänge und Rhythmen, wie es im Notentext steht. Im engeren Sinn ist Tonsatz der Name eines Unterrichtsfaches, das Harmonielehre und Kontrapunkt zusammenfasst und die handwerklichen Grundlagen des Komponierens vermittelt.

Musikalische Verwendung

Als Fach umfasst der Tonsatz das Schreiben mehrstimmiger Sätze in verschiedenen historischen Stilen: den Choralsatz im Stil des Barock, den Kontrapunkt der Vokalpolyphonie, den Klaviersatz der Klassik und Romantik, gelegentlich auch Verfahren des 20. Jahrhunderts. Ziel ist nicht in erster Linie eigene Komposition, sondern das Verständnis dafür, wie Musik gebaut ist. Wer einen Satz im Stil einer Epoche schreiben kann, versteht diese Musik von innen, und das wirkt unmittelbar auf Analyse, Interpretation und Gehör zurück.

Im Sprachgebrauch der Musikbeschreibung meint „Tonsatz" zudem die Satzweise eines Stückes: ob es homophon oder polyphon angelegt ist, wie viele Stimmen es hat, wie dicht oder durchsichtig es gesetzt ist. Man spricht in diesem Sinn von einem vierstimmigen, einem kontrapunktischen oder einem akkordischen Satz.

Abzugrenzen ist der Tonsatz von der Komposition im Sinne der Erfindung: Diese umfasst den schöpferischen Einfall, jener das Handwerk seiner Ausarbeitung. Und von der Musiktheorie als Ganzem unterscheidet er sich, weil diese auch Akustik, Formenlehre und Geschichte der Theorie einschließt.

Tonsatz ist zugleich ein Studienfach, das Harmonielehre, Kontrapunkt und Formenlehre verbindet. Im Unterricht werden Stilübungen geschrieben, etwa Choralsätze im Stil Bachs, Liedbegleitungen im Stil der Romantik oder zweistimmige Kontrapunkte. Das Ziel ist, das Handwerk des Satzes an Beispielen zu erlernen und Stile zu verstehen. ## Spielpraxis

Schreibe gelegentlich selbst kleine Sätze, etwa einen vierstimmigen Choral oder eine zweistimmige Übung — nichts schärft das Verständnis für Stimmführung so wie der eigene Versuch. Und betrachte beim Erarbeiten eines Stückes seinen Satz: Wie viele Stimmen hat es, wo führt welche? Das bestimmt Balance und Gestaltung.