A piacere
„A piacere“ (italienisch „nach Belieben“) ist eine Vortragsanweisung: Die Ausführenden dürfen die Stelle frei gestalten, vor allem im Zeitmaß. Wie weit die Freiheit reicht, zeigt der Notentext; „a tempo“ führt zum festen Zeitmaß zurück.
- Bedeutung
- nach Belieben, frei im Vortrag
- Endet durch
- a tempo
- Betrifft vor allem
- das Zeitmaß einer Stelle
Nach Belieben
„A piacere“ kommt von italienisch „piacere“, Vergnügen oder Belieben. Als Anweisung im Notentext heißt es: nach Belieben, frei im Vortrag. Gemeint ist meist das Zeitmaß: Die Ausführenden müssen dem Rhythmus nicht streng folgen. In Musikanweisungen ist „a piacere“ gleichbedeutend mit „ad libitum“.
Nach der Fermate frei, dann a tempo
Eigenes Beispiel, ähnlich der Stelle aus „The Storm“ (dort sind es zwei freie Takte): Fermate, ein frei gestalteter Takt, dann wieder festes Zeitmaß. Beim Abspielen läuft der dritte Takt streng im Tempo, weil der Computer keine Freiheit kennt. Wie frei er gespielt wird, entscheiden die Spielenden.
Die Stelle in „The Storm“
Das Notenblatt aus dem Archiv zeigt, wie die Anweisung in der Praxis auftaucht:
Gesang und Klavier
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The Storm Gesang und Klavier, mit Akkorden für Gitarre · 2 Seiten
Auf Seite 1 steht „a piacere.“ über der Singstimme im ersten Takt eines Einschubs im 4/4-Takt. Davor steht eine Fermate in Takt 11, der Takt wechselt von 6/8 nach 4/4; im Klavier steht darunter „colla voce.“. In Takt 14, wieder im 6/8-Takt, folgt „a tempo“. Die Vorzeichnung hat drei ♭.
Drei Dinge fallen auf. Erstens steht „a piacere“ nicht über dem ganzen Stück, sondern nur zu einem Einschub von zwei Takten. Zweitens geht eine Fermate voraus, und der Taktwechsel markiert den Einschub. Drittens folgt das Ende ausdrücklich: In Takt 14 steht „a tempo“.
Abgrenzung
- A tempo ist das Gegenstück: Es führt zum festen Zeitmaß zurück.
- Colla voce („mit der Stimme“) sagt, dass die Begleitung dem Gesang folgt. Im Blatt oben steht es im Klavier, während die Singstimme „a piacere“ hat: Die Sängerin oder der Sänger bestimmt das Zeitmaß, das Klavier folgt.
- Ad libitum bedeutet „nach Belieben“ im weiteren Sinn: Tempo und Art der Ausführung bleiben den Spielenden überlassen, auch Improvisation ist gemeint. „A piacere“ wird vor allem für das freie Zeitmaß gelesen.
- Fermate verlängert einen einzelnen Ton oder eine Pause; „a piacere“ dehnt die Freiheit über einen Abschnitt.
Häufige Fehler
- Die Töne umdeuten: Frei ist der Vortrag, vor allem das Zeitmaß. Die Töne bleiben, wie sie gedruckt sind.
- Das Ende nicht beachten: Die Freiheit gilt nur bis „a tempo“ oder bis zur nächsten Tempoangabe.
- Die Begleitung übersehen: Wo „colla voce“ steht, richtet sich die Begleitung nach dem Gesang, nicht nach dem Metronom.
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Verwandte Begriffe
Ad libitumA tempoFermateTempo rubatoKadenzCadenzaTempoSolo
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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