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Tonleiter

Diatonische Tonleiter

Tonleiter aus sieben Stammtönen, die in einer Folge von Ganz- und Halbtonschritten von einem Grundton zu dessen Oktave führt.

Was es bedeutet

Eine diatonische Tonleiter besteht aus sieben Tönen, die innerhalb einer Oktave in einer festen Folge von fünf Ganztonschritten und zwei Halbtonschritten angeordnet sind. Der Name kommt vom griechischen diatonikos, „durch die Ganztöne fortschreitend“, und grenzt diese Tonleiterart von der chromatischen (zwölf Halbtöne) und der pentatonischen (fünf Töne) ab.

Die Lage der beiden Halbtonschritte innerhalb der Siebenerreihe bestimmt den Charakter der Tonleiter. Bei der Durtonleiter liegen sie zwischen der dritten und vierten sowie der siebten und achten Stufe, bei der natürlichen Molltonleiter zwischen der zweiten und dritten sowie der fünften und sechsten Stufe. Auch die alten Kirchentonarten sind diatonische Reihen, nur mit den Halbtönen an anderer Stelle.

Im Notenbild

Eine diatonische Tonleiter belegt im Notenbild sieben aufeinanderfolgende Notenlinien und -zwischenräume ohne Auslassung; jeder Stammton kommt genau einmal vor. Die Vorzeichnung legt fest, welche Töne durch Kreuz oder B verändert sind, damit die charakteristische Halbtonverteilung entsteht.

Musikalische Verwendung

Die Durtonleiter und die drei Formen der Molltonleiter (natürlich, harmonisch, melodisch) bilden das tonale Grundgerüst der abendländischen Musik seit dem 17. Jahrhundert. Auch die sieben Kirchentonarten des Mittelalters und der Renaissance sind diatonisch; sie unterscheiden sich von Dur und Moll nur durch die Stufe, auf der die Halbtonschritte liegen.

Abzugrenzen ist die diatonische Tonleiter von der chromatischen Tonleiter, die alle zwölf Halbtöne der Oktave gleichmäßig durchläuft, und von der Ganztonleiter, die ausschließlich aus Ganztonschritten besteht. Auch die Pentatonik, eine Fünftonreihe, unterscheidet sich, obwohl viele pentatonische Skalen als Auswahl aus einer diatonischen Reihe verstanden werden können.

In der Funktionstheorie beruht die gesamte Stufenlehre auf der diatonischen Ordnung: Jede Stufe erhält eine feste Funktion (Tonika, Subdominante, Dominante und so weiter), weil ihr Abstand zu den Nachbarstufen durch die feste Halbtonverteilung bestimmt ist.

Spielpraxis

Übe diatonische Tonleitern zunächst in Dur und natürlichem Moll, um die charakteristische Lage der Halbtonschritte im Griff- oder Fingergefühl zu verankern. Achte beim Singen besonders auf die engen Halbtonschritte zwischen der dritten und vierten sowie der siebten und achten Stufe in Dur, da sie leicht zu weit intoniert werden.