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Tonleiter

Äolisch

Äolisch ist die Kirchentonart, die man auf den weißen Tasten von a bis a erhält. Sie ist identisch mit dem natürlichen Moll. Weil es keinen Halbtonschritt unter dem Grundton gibt, fehlt der Leitton, und der Schluss klingt offener als in Dur.

Startton auf den weißen Tasten
a
Identisch mit
natürlichem Moll
Schrittfolge
1 – ½ – 1 – 1 – ½ – 1 – 1
Besonderheit
kein Leitton (g statt gis)
Verwandt
Ionisch, Phrygisch

Sieben Modi aus sieben Tönen

Der Artikel Kirchentonarten an bekannten Stücken erklärt, wie die Modi entstehen: Spielt man auf dem Klavier nur die weißen Tasten von c bis c, klingt C-Dur. Spielt man dieselben Tasten von a bis a, klingt Äolisch. Es sind dieselben Töne mit einem anderen Bezugspunkt, und damit liegen die Halbtonschritte an anderer Stelle relativ zum Grundton.

Äolisch auf a

a h c d e f g a 1 ½ 1 1 ½ 1 1

Nur weiße Tasten, a bis a. Zwischen g und a liegt ein Ganzton. Das macht den Unterschied zu harmonischem Moll mit gis aus.

Laut Artikel ist Ionisch identisch mit Dur, Äolisch identisch mit natürlichem Moll. Die übrigen fünf Modi sind das, was man üblicherweise meint, wenn von Modi die Rede ist.

KirchentonartStartton (weiße Tasten)Kennzeichen
Ionischcidentisch mit Dur
DorischdMoll mit erhöhter sechster Stufe
PhrygischeMoll mit erniedrigter zweiter Stufe
LydischfDur mit erhöhter vierter Stufe
MixolydischgDur mit erniedrigter siebter Stufe
Äolischaidentisch mit natürlichem Moll
Lokrischhverminderter Dreiklang auf dem Grundton

Der fehlende Leitton

Im natürlichen Moll liegt zwischen siebter Stufe und Grundton ein Ganzton, in a-Moll zwischen g und a. Der Artikel Der Leitton beschreibt die Folge: Die Dominante wäre e–g–h, also ein Moll-Dreiklang, und der zieht nicht. Die Seite Tonleitern hören fasst es als Hörmerkmal zusammen: Bei natürlichem Moll entscheidet sich der Charakter an der fehlenden Leitton-Spannung. Höre den Schluss mit Em:

AmiDmivEmvAmi

Der Schluss mit Em klingt weicher und offener als der Schluss mit E-Dur. Wie der Leitton in Moll nachträglich eingeführt wird, steht unter Harmonisches Moll.

Selbst ausprobieren: Im Tonleiter-Hörtraining unterscheidest du auf der ersten Stufe Dur und natürliches Moll. Die Kirchentonarten kommen auf den obersten Stufen dazu.

Häufige Fehler

  • Äolisch und natürliches Moll als Gegensätze verstehen: Es sind zwei Namen für dieselbe Tonleiter.
  • Den Bezugston verlieren: Ohne Bordun, Basston oder klare Phrasierung hört niemand den Modus, sondern eine Tonleiter mit verschobenem Startpunkt.
  • Äolisch mit harmonischem Moll mischen: Wer gis statt g spielt, verlässt Äolisch und landet im harmonischen Moll.