Dorisch
Dorisch ist ein Modus: Moll mit erhöhter sechster Stufe. Er hat wie das natürliche Moll keinen Leitton, klingt aber weniger dunkel, eher ernst und schwebend. Das Standardbeispiel ist das englische Volkslied „Scarborough Fair“.
- Aufbau
- Moll mit erhöhter sechster Stufe
- Weiße Tasten ab
- d
- Charakter
- ernst, schwebend, nicht eigentlich traurig
- Leitton
- keiner
Der eine Ton
Dorisch ist Moll mit erhöhter sechster Stufe. In d dorisch ist das ein h statt b. Es klingt weniger dunkel als natürliches Moll, eher ernst und schwebend. Die Tonart hat nicht die Zielstrebigkeit von Dur, weil ihr der Leitton fehlt, und nicht die Dunkelheit des natürlichen Moll, weil die Sexte hell ist. Für das Hören lohnt es, nach genau diesem Ton zu fahnden: Klingt es nach Moll, aber die Sexte ist hell? Dorisch.
Dorisch auf d
Die weißen Tasten von d bis d. Markiert ist die erhöhte sechste Stufe h; in d-Moll natürlich stünde hier ein b.
Natürliches d-Moll zum Vergleich
Mit b statt h: Der einzige Unterschied zum dorischen Modus.
Beispiele
Das englische Volkslied „Scarborough Fair“ ist das Standardbeispiel: in Moll, aber mit heller Sexte, wodurch die Melodie schwebt statt zu trauern. Ebenfalls dorisch sind viele irische Tunes. Mehr Beispiele nennt der Artikel Kirchentonarten an bekannten Stücken.
Dorisch spielen
Die wirksamste Übung ist ein einziger Ton als Bordun: Ein gehaltenes d, dazu die weißen Tasten von d bis d. Der Bordun nagelt das Zentrum fest. Wer über einen D-Bordun die weißen Tasten spielt, aber die Phrasen auf c beendet, hat wieder C-Dur. Für die Gitarre bietet sich ein offenes d-Saiten-Pedal mit dorischen Melodietönen darüber an. Wichtig ist, die charakteristische Stufe nicht zu meiden: Ein dorisches Stück ohne die erhöhte Sexte ist einfach Moll.
Häufige Fehler
- Dorisch als Dur ab der zweiten Stufe üben: Man denkt dann in Dur weiter.
- Die erhöhte Sexte meiden: Sie ist der ganze Unterschied.
- Den Bezugston verlieren: Ohne Bordun oder klare Phrasierung kippt dorisch in Dur oder Moll.
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Verwandte Begriffe
KirchentonartModusMixolydischÄolischNatürliches MollTonleiterLeittond-Moll
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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