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Tonleiter

Modus

Ein Modus ist ein Tonleitertyp, meist eine der sieben Kirchentonarten. Zwei Modi können dieselben Töne haben und sich nur im Bezugston unterscheiden. Welcher Modus erklingt, entscheidet nicht die Tonauswahl, sondern die Betonung des Grundtons.

Anzahl
sieben (Kirchentonarten)
Unterschied
Bezugston und damit die Lage der Halbtonschritte
Dur
Ionisch
Natürliches Moll
Äolisch

Dieselben Töne, anderer Bezugspunkt

Spielt man auf dem Klavier die weißen Tasten von d bis d′, klingt etwas anderes als von c bis c′: Es sind dieselben Töne, aber die Halbtonschritte liegen an anderer Stelle relativ zum Grundton. So entstehen sieben Modi: Ionisch ab c, dorisch ab d, phrygisch ab e, lydisch ab f, mixolydisch ab g, äolisch ab a und lokrisch ab h. Die Seite zum Quintenzirkel ordnet die Modi den Stufen von C-Dur zu: ionisch auf der ersten, dorisch auf der zweiten, phrygisch auf der dritten Stufe und so fort.

DmdorischGIVDmdorisch

Das Entscheidende: Ein Modus entsteht nicht durch die Tonauswahl, sondern durch die Betonung. Ohne Bordun, Basston oder klare Phrasierung hört niemand einen Modus, jede dieser Tonleitern kippt in die vertraute Deutung zurück. Modal ist ein Stück erst, wenn der Modus über längere Strecken trägt und die Kadenzen entsprechend funktionieren. Nicht jede erniedrigte siebte Stufe macht ein Stück mixolydisch: In Dur kommt sie auch als kurzzeitige Ausweichung zur Subdominante vor.

Modus und Tonleiter

In älterer Musik und in Volksmusik trifft man Modi dort, wo kein Leitton zielt. Dorisch ist Moll mit erhöhter sechster Stufe, mixolydisch Dur mit erniedrigter siebter Stufe. Mehr dazu auf der Seite Kirchentonart und im Artikel Kirchentonarten an bekannten Stücken. Der Begriff wird auch allgemeiner als Tonleitertyp gebraucht, also für Dur, Moll, Pentatonik oder Bluesskala.

Zum Üben: Im Tonleiter-Hörtraining kommen auf den obersten Stufen die Kirchentonarten dazu. Suche beim Hören nach dem einen Ton, der den Modus kenntlich macht, und singe die Leiter innerlich mit.

Häufige Fehler

  • Modi als verschobene Dur-Leitern üben: Das erzeugt keine modale Musik, sondern Tonleitern mit verschobenem Startpunkt.
  • Alles modal deuten: Eine einzelne erniedrigte siebte Stufe macht ein Stück noch nicht mixolydisch.
  • Den Bezugston verlieren: Ohne Zentrum zerfällt der Modus.