Doppelgriff
Gleichzeitiges Greifen und Streichen zweier Saiten.
Was es bedeutet
Der Doppelgriff bezeichnet bei Streichinstrumenten das gleichzeitige Greifen und Streichen zweier benachbarter Saiten mit demselben Bogenstrich. Dabei entsteht ein zweistimmiges Klangbild, meist ein Intervall wie Terz, Sexte oder Oktave, gelegentlich auch eine leere Saite in Kombination mit einer gegriffenen.
Im Notenbild
Doppelgriffe werden notiert, indem beide Töne übereinander auf einem gemeinsamen Notenhals stehen, ähnlich einem zweistimmigen Klaviersatz auf einem System. Sind mehr als zwei Töne gleichzeitig gefordert, spricht man nicht mehr von einem Doppelgriff, sondern von einem Mehrfachgriff oder Akkord.
Musikalische Verwendung
Doppelgriffe kommen bei Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass vor und dienen dazu, Mehrstimmigkeit auf einem eigentlich einstimmigen Instrument anzudeuten. Sie finden sich in Solowerken wie Bachs Sonaten und Partiten für Violine solo, in virtuosen Passagen der Konzertliteratur und in Orchesterstimmen, wenn ein voller Klang ohne zusätzliche Spieler gefordert ist.
Abzugrenzen ist der Doppelgriff vom Bordun, bei dem eine Saite als liegender, meist leerer Ton mitklingt, während die andere Stimme sich bewegt: Beim Doppelgriff sind beide Töne gleichrangig gestaltet und werden in der Regel auch beide gegriffen.
Spielpraxis
Übe Doppelgriffe zunächst langsam mit besonderem Augenmerk auf gleichmäßigen Bogendruck auf beiden Saiten, damit kein Ton den anderen übertönt. Kontrolliere die Intonation, indem du zuerst jeden Ton einzeln stimmst und dann erst zusammen greifst, und achte auf einen flachen, leicht gekippten Bogenwinkel, der beide Saiten gleichmäßig zum Klingen bringt.