Fünfvierteltakt
Asymmetrischer Takt aus 2+3 oder 3+2 Vierteln.
Was es bedeutet
Der Fünfvierteltakt enthält fünf Viertel je Takt. Weil fünf sich nicht in gleiche Gruppen teilen lässt, zerfällt der Takt in zwei ungleiche Teile: entweder 2+3 oder 3+2. Welche Gliederung gilt, ist nicht durch die Taktangabe festgelegt, sondern ergibt sich aus der Musik — und sie kann innerhalb eines Stücks wechseln.
Damit gehört der Takt zu den ungeraden oder asymmetrischen Taktarten, zu denen auch der Sieben- und der Elfachteltakt zählen. Zu unterscheiden ist er von den zusammengesetzten Taktarten wie 6/8 oder 9/8: Dort sind die Gruppen gleich groß, hier gerade nicht. Der Reiz des Fünfvierteltakts liegt in dieser Ungleichheit, die dem Ablauf eine bleibende Unruhe gibt.
Im Notenbild
Die Taktangabe 5/4 steht am Zeilenanfang. Die Balkung zeigt die Gliederung: Werden Achtel in Gruppen von zwei und drei Vierteln zusammengefasst, ist damit die Einteilung angegeben. Manche Ausgaben schreiben die Gliederung ausdrücklich als 2+3 oder 3+2 über die Taktangabe, andere setzen eine gestrichelte Linie innerhalb des Takts. Fehlt beides, muss man sie aus Melodie und Harmonie erschließen.
Musikalische Verwendung
Asymmetrische Takte sind in der Volksmusik mehrerer Regionen, etwa des Balkans, seit langem gebräuchlich. In der Kunstmusik treten sie vereinzelt schon früher auf, werden aber erst im späten 19. und im 20. Jahrhundert häufiger, als Komponisten die Regelmäßigkeit des Taktes bewusst verlassen. Auch in Jazz und populärer Musik ist der Fünfvierteltakt als Mittel der rhythmischen Verfremdung verbreitet.
Bekannt ist der Satz aus Tschaikowskys sechster Sinfonie. ## Spielpraxis
Bestimme zuerst die Gliederung und zähle sie laut mit — „eins zwei, eins zwei drei" trägt weiter als das Zählen bis fünf. Markiere die beiden Gruppenanfänge deutlich, denn sie halten den Takt zusammen. Achte auf Stellen, an denen die Gliederung wechselt; sie sind die häufigste Fehlerquelle. Und übe langsam mit betonten Gruppenanfängen, bis das Muster sitzt, bevor du das Tempo steigerst.