Fünfvierteltakt
Taktart mit fünf Vierteln je Takt. Sie lässt sich nicht gleichmäßig halbieren und wird deshalb in eine Dreier- und eine Zweiergruppe geteilt, entweder 3+2 oder 2+3. Die Gruppierung bestimmt, wo man den Nebenakzent spürt.
- Taktangabe
- 5/4
- Grundschlag
- Viertelnote
- Schläge je Takt
- 5
- Gruppierung
- 3+2 oder 2+3
- Art
- asymmetrischer (ungerader) Takt
- Zählweise
- 1 2 3 – 1 2 oder 1 2 – 1 2 3
Fünf Schläge lassen sich nicht in zwei gleich große Hälften teilen. Wer im Fünfvierteltakt spielt oder mitzählt, teilt den Takt deshalb in zwei ungleiche Gruppen: drei und zwei Viertel. Die ungleiche Teilung gibt der Taktart ihren eigenartigen Schwung, der immer ein wenig „hinkt“. Man nennt solche Takte ungerade Takte.
Gruppierung 3+2
Markiert sind der Hauptakzent auf der Eins und der Nebenakzent auf der vierten Zählzeit. Man fasst drei Schläge zusammen und danach zwei: eins-zwei-drei, eins-zwei. Beim Abspielen klingen beide Zeilen gleich, weil die Wiedergabe keine Akzente setzt.
Gruppierung 2+3
Dieselben Töne, aber der Nebenakzent liegt hier auf der dritten Zählzeit. Das Notenbild ist dasselbe, die Gruppierung steckt im Vortrag: eins-zwei, eins-zwei-drei. Setze die Akzente beim Mitspielen selbst.
Zwei Möglichkeiten, ein Notenbild
Die Taktangabe 5/4 allein sagt nicht, ob 3+2 oder 2+3 gemeint ist. Das erkennt man an der Musik selbst: an Balken, Bögen, Akzenten und am Verlauf der Melodie. Die beiden Zeilen oben haben absichtlich dieselben Töne. Die Betonung liegt je nach Gruppierung anders, und den Unterschied hörst du, wenn du selbst spielst oder klopfst: Betone in der ersten Zeile die Vier, in der zweiten die Drei. Das Abspielen auf der Seite setzt keine Akzente, beide Zeilen klingen dort gleich.
Ein bekanntes Beispiel
Das bekannteste Stück im Fünfvierteltakt ist „Take Five“ von Paul Desmond, vom Dave Brubeck Quartet 1959 aufgenommen und in den frühen 1960er-Jahren ein Welterfolg. Man zählt es in 3+2: „1 2 3, 1 2“. Das Stück ist urheberrechtlich geschützt und liegt deshalb nicht im Notenarchiv.
So zählst du 5/4
Zähle laut „1 2 3 4 5“ und markiere dabei den Nebenakzent mit dem Fuß oder einem Klopfen. Hilfreich ist eine Silbenfolge: bei 3+2 etwa „Ba-na-ne, Ap-fel“, bei 2+3 „Ap-fel, Ba-na-ne“. Der Wechsel zwischen beiden Gruppierungen bei gleichbleibendem Puls ist eine gute Übung für das Taktgefühl.
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Verwandte Begriffe
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Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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