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Takt

Ungerader Takt

Taktart mit ungleichen Gruppen, etwa 5/8 oder 7/8. Man teilt den Takt in Zweier- und Dreiergruppen, deren Reihenfolge die Betonung bestimmt. In der Volksmusik des Balkans sind solche Takte häufig.

Beispiele
5/8, 7/8, 5/4, 7/4, 11/8
Gruppen
aus Zweier- und Dreiergruppen zusammengesetzt
Grundschlag
meist die Achtel, die Gruppe wird gefühlt
Gegenstück
gleichmäßige Takte wie 2/4, 3/4, 4/4

Die Takte der meisten Lieder und Tänze, die wir kennen, bestehen aus gleichen Gruppen: zwei, drei oder vier Schlägen. Ein ungerader Takt bricht diese Gleichmäßigkeit. Er enthält eine Zahl von Schlägen, die sich nicht in gleiche Hälften teilen lässt, etwa fünf oder sieben. Man gliedert ihn deshalb in kleinere Gruppen aus zwei und drei Schlägen. Hinweis zum Sprachgebrauch: In der traditionellen Taktlehre heißen auch Dreiertakte wie 3/4 „ungerade“. Hier sind dagegen Takte mit asymmetrischer Gruppierung gemeint; 2/4, 3/4 und 4/4 zählen auf dieser Seite als gleichmäßig.

7/8 in der Gruppierung 2+2+3

7 8

Sieben Achtel je Takt, geteilt in zwei, zwei und drei. Markiert ist der Beginn jeder Gruppe: eins-zwei, eins-zwei, eins-zwei-drei. Die Balken im Notenbild sind in beiden Zeilen gleich gesetzt; die Gruppen zeigen die markierten Noten.

7/8 in der Gruppierung 3+2+2

7 8

Dieselben Töne, aber die Dreiergruppe steht vorn: eins-zwei-drei, eins-zwei, eins-zwei. Tonhöhen und Dauern bleiben gleich. Das Abspielen setzt keine Akzente, beide Zeilen klingen deshalb gleich; die Betonung machst du selbst hörbar, wenn du die markierten Noten beim Mitspielen oder Mitklopfen hervorhebst.

Wie man ungerade Takte gliedert

Die Taktangabe verrät die Gruppierung nicht. Ein 7/8-Takt kann in 2+2+3, in 3+2+2 oder in 2+3+2 gegliedert sein, je nach Melodie. Aus der Gruppierung ergibt sich die Betonung: Jede Gruppe beginnt mit einem leichten Akzent, die erste Gruppe mit dem Hauptakzent. Die beiden Zeilen oben zeigen dieselben sieben Töne mit unterschiedlicher Gliederung. Die Gliederung erkennst du an den markierten Noten und hörst sie, sobald du selbst spielst oder klopfst und die Nebenakzente setzt.

Wo sie vorkommen

Ungerade Takte kommen in der Volksmusik des Balkans vor: In Bulgarien sind zum Beispiel 7/8 und 11/8 verbreitet. Auch in Jazz und Rock werden sie eingesetzt, etwa im Fünfvierteltakt, wie ihn „Take Five“ von Paul Desmond bekannt gemacht hat. Mehr zu diesem Takt auf der Seite Fünfvierteltakt.

Zählen

Zähle nicht „1 2 3 4 5 6 7“, sondern in Gruppen: bei 2+2+3 etwa „1-2 1-2 1-2-3“. Das Zählen mit Gruppen gibt dem Körper ein klares Muster, an dem er die Betonungen festmacht. Erst wenn die Gruppen sitzen, bleibt der Takt als Ganzes im Kopf.

Zum Üben: Klatsche die Eins jeder Gruppe und lass die anderen Achtel nur im Kopf mitlaufen. Spiele danach beide Zeilen mit den markierten Noten als Akzenten und höre, wie sich dieselben Töne durch die Gruppierung verändern.