Heterophonie
Gleichzeitiges Musizieren einer Melodie in leicht abweichenden Varianten.
Was es bedeutet
Heterophonie, griechisch für „Verschiedenklang“, bezeichnet das gleichzeitige Musizieren einer Melodie in leicht voneinander abweichenden Varianten. Alle Beteiligten folgen derselben Grundmelodie, verzieren, dehnen oder vereinfachen sie aber jeweils auf ihre Weise. Es entsteht ein dichtes, schwebendes Klanggeflecht ohne eigentliche Zweistimmigkeit.
Musikalische Verwendung
Heterophonie ist in vielen außereuropäischen Musikkulturen ein prägendes Gestaltungsprinzip, etwa im indonesischen Gamelan, in der arabischen und türkischen Musik und in der Volksmusik des Balkans. In der westlichen Kunstmusik kommt sie eher als Effekt vor, etwa in Werken des 20. Jahrhunderts. Für den Begriff gilt sie als eigene Satzart neben Monodie, Homophonie und Polyphonie.
Abzugrenzen ist die Heterophonie von der Monodie, bei der nur eine einzige Melodie erklingt, von der Homophonie mit Melodie und Begleitakkorden und von der Polyphonie, in der mehrere eigenständige Melodien kombiniert werden. In der Heterophonie sind die Stimmen Varianten derselben Melodie.
Spielpraxis
Wenn du heterophon musizierst, folge der gemeinsamen Grundmelodie und verziere frei, ohne den Zusammenhang zu verlieren. Höre auf die anderen: Die Schönheit entsteht aus den kleinen Abweichungen, die einander ergänzen.