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Tonleiter

Hypomixolydisch

Plagale Variante des mixolydischen Modus.

Was es bedeutet

Hypomixolydisch ist die plagale Form des mixolydischen Modus und der achte der Kirchentöne. Finalis und Tonvorrat stimmen mit dem mixolydischen Modus überein; der Unterschied liegt im Ambitus, der sich wesentlich unter die Finalis erstreckt, und im Rezitationston.

Musikalische Verwendung

In der Ordnung der acht Kirchentöne bildet jeder authentische Modus mit seinem plagalen Gegenstück ein Paar, das dieselbe Finalis teilt. Für die liturgische Praxis ist die Unterscheidung von Belang, weil zu jedem der acht Töne eine eigene Psalmformel gehört: Der Rezitationston und die Kadenzwendungen richten sich danach, und eine Antiphon im achten Ton verlangt eine andere Formel als eine im siebten, obwohl beide dieselbe Finalis haben.

Kennzeichnend für den mixolydischen Bestand ist die tiefe siebte Stufe, die einen Ganzton unter der Finalis liegt. Dadurch fehlt der Leitton, und die Melodie zielt nicht mit der Zwangsläufigkeit, die aus der späteren Dur-Moll-Tonalität vertraut ist. In der plagalen Form tritt dieser Zug noch etwas zurück, weil der Schwerpunkt der Bewegung tiefer liegt.

Für heutige Ausgaben stellt sich hier wie bei allen Modi die Frage der musica ficta: Ob und wo die siebte Stufe in Kadenzen erhöht wurde, ist im Einzelfall zu entscheiden und in wissenschaftlichen Ausgaben an kleinen Vorzeichen über dem System erkennbar.

Hypomixolydisch ist der achte und letzte der mittelalterlichen Kirchentöne. Die Finalis ist g wie beim authentischen Mixolydisch, der Tonraum reicht von d bis d, und der Rezitationston liegt auf c. Viele bekannte Gesänge des gregorianischen Repertoires, auch Hymnen und Antiphonen, stehen in diesem Modus. In der Psalmodie hat der achte Ton eine Reihe von typischen Schlussformeln. ## Spielpraxis

Bestimme Finalis und Ambitus, bevor du über den Vortrag entscheidest — die Lage sagt dir, wo die Melodie atmet. Vermeide es, die Musik zu einer Dur- oder Mollmelodie zurechtzuhören; die fehlende Leittonspannung ist kein Mangel, sondern der Charakter. Und kläre im Ensemble vorab, welche Kadenztöne erhöht werden.