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Tonleiter

Hypolydisch

Hypolydisch ist die plagale Form des lydischen Modus und gilt als sechster Kirchenton. Es hat die Finalis f und den Tonraum von c′ bis c″. Mit dem h über der Finalis ist es nahe an Dur; in der Praxis wird dieses h oft zum b erniedrigt.

Nummer
6. Kirchenton
Finalis
f
Tenor (Rezitationston)
a
Tonraum
c′–c″
Authentische Form
Lydisch

Lydisch, eine Quarte tiefer

Hypolydisch gehört zum authentischen Lydisch. Beide schließen auf f und verwenden dieselben weißen Tasten. Lydisch geht von f′ bis f″, Hypolydisch von c′ bis c″. Das heißt: Der Tonraum von Hypolydisch ist genau der einer C-Dur-Leiter, aber der Schlusston ist f. Der Tenor ist traditionell a, im lydischen Modus c.

Hypolydisch (Tonraum c′–c″)

c d e f g a h c 1 1 ½ 1 1 1 ½

Die Finalis f liegt in der Mitte, markiert ist auch der Tenor a. Von c′ bis c″ sind es genau die Töne der C-Dur-Leiter, nur mit f als Schlusston.

Dieselbe Zeile mit b statt h

c d e f g a b c 1 1 ½ 1 1 ½ 1

Das h wird zum b erniedrigt, um die übermäßige Quarte f–h zu vermeiden. Dann ähnelt die Zeile einer F-Dur-Leiter ab c.

Zum Vergleich: Lydisch (Tonraum f′–f″)

f g a h c d e f 1 1 1 ½ 1 1 ½

Die authentische Form beginnt auf der Finalis. Die übermäßige Quarte f–h (markiert) prägt ihren Klang.

Im Glossar: Plagaltonart · Übermäßige Quarte · Finalis

Das b-Problem

Die übermäßige Quarte f–h, der Tritonus, galt in der Melodiebildung als unerwünscht. Deshalb wurde im lydischen und hypolydischen Modus das h in der Praxis häufig zum b erniedrigt. Dann entfällt der Tritonus, und die Tonfolge wird zu einer Dur-Leiter auf f. Der „reine“ lydische Klang mit seiner erhöhten vierten Stufe blieb damit eher ein Ideal der Theorie. Die Angaben hier sind die traditionelle Standardtabelle, die Praxis kennt Abweichungen.

Zum Üben: Spiele die erste und die zweite Zeile nacheinander und höre, was das b verändert. Singe dann eine Melodie, die sich um f herum bewegt, und achte darauf, wie sich der Klang mit b von dem mit h unterscheidet.