Hypolydisch
Hypolydisch ist die plagale Form des lydischen Modus und gilt als sechster Kirchenton. Es hat die Finalis f und den Tonraum von c′ bis c″. Mit dem h über der Finalis ist es nahe an Dur; in der Praxis wird dieses h oft zum b erniedrigt.
- Nummer
- 6. Kirchenton
- Finalis
- f
- Tenor (Rezitationston)
- a
- Tonraum
- c′–c″
- Authentische Form
- Lydisch
Lydisch, eine Quarte tiefer
Hypolydisch gehört zum authentischen Lydisch. Beide schließen auf f und verwenden dieselben weißen Tasten. Lydisch geht von f′ bis f″, Hypolydisch von c′ bis c″. Das heißt: Der Tonraum von Hypolydisch ist genau der einer C-Dur-Leiter, aber der Schlusston ist f. Der Tenor ist traditionell a, im lydischen Modus c.
Hypolydisch (Tonraum c′–c″)
Die Finalis f liegt in der Mitte, markiert ist auch der Tenor a. Von c′ bis c″ sind es genau die Töne der C-Dur-Leiter, nur mit f als Schlusston.
Dieselbe Zeile mit b statt h
Das h wird zum b erniedrigt, um die übermäßige Quarte f–h zu vermeiden. Dann ähnelt die Zeile einer F-Dur-Leiter ab c.
Zum Vergleich: Lydisch (Tonraum f′–f″)
Die authentische Form beginnt auf der Finalis. Die übermäßige Quarte f–h (markiert) prägt ihren Klang.
Im Glossar: Plagaltonart · Übermäßige Quarte · Finalis
Das b-Problem
Die übermäßige Quarte f–h, der Tritonus, galt in der Melodiebildung als unerwünscht. Deshalb wurde im lydischen und hypolydischen Modus das h in der Praxis häufig zum b erniedrigt. Dann entfällt der Tritonus, und die Tonfolge wird zu einer Dur-Leiter auf f. Der „reine“ lydische Klang mit seiner erhöhten vierten Stufe blieb damit eher ein Ideal der Theorie. Die Angaben hier sind die traditionelle Standardtabelle, die Praxis kennt Abweichungen.
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Verwandte Begriffe
PlagaltonartLydischKirchentonartHypomixolydischÜbermäßige QuarteFinalisAmbitus
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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