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Tonleiter

Plagaltonart

Tonart mit erweitertem Tonraum unter Finalis.

Was es bedeutet

Eine Plagaltonart ist ein Modus, dessen Tonraum sich wesentlich unter die Finalis erstreckt, statt überwiegend über ihr zu liegen. Zu jedem authentischen Modus gehört ein plagaler mit derselben Finalis; sein Name wird durch die Vorsilbe „hypo-" gebildet — Hypodorisch, Hypophrygisch, Hypolydisch, Hypomixolydisch.

Musikalische Verwendung

Unterschieden werden authentische und plagale Formen nicht durch den Tonvorrat, sondern durch zwei andere Merkmale. Erstens den Ambitus: Der authentische Modus bewegt sich etwa von der Finalis eine Oktave aufwärts, der plagale etwa eine Quarte unter die Finalis bis zur Quinte darüber. Zweitens den Rezitationston, um den die Melodie kreist und auf dem rezitiert wird; er liegt in beiden Formen verschieden.

Für die liturgische Praxis ist die Unterscheidung wesentlich, weil zu jedem der acht Töne eine eigene Psalmformel gehört. Eine Antiphon im zweiten Ton verlangt eine andere Formel als eine im ersten, obwohl beide auf demselben Ton schließen.

Wer nur die Vorzeichen betrachtet, kann authentische und plagale Formen nicht unterscheiden — sie sind in der Notation identisch. Erst Ambitus und Schwerpunkt der Melodie geben Auskunft.

das Wort „plagal" in anderem Zusammenhang etwas anderes meint: Der Plagalschluss bezeichnet die Wendung von der Subdominante zur Tonika und hat mit dem Ambitus nichts zu tun.

Die plagalen Modi tragen die Vorsilbe hypo-, etwa hypodorisch oder hypophrygisch. Ihr Tonraum reicht etwa eine Quarte unter die Finalis und eine Quinte darüber, sodass die Finalis in der Mitte liegt. Der Rezitationston liegt tiefer als im authentischen Modus. In der mittelalterlichen Zählung tragen die plagalen Modi die geraden Nummern zwei, vier, sechs und acht. ## Spielpraxis

Bestimme bei modaler Musik immer beides — Finalis und Ambitus. Die Lage sagt dir, wo die Melodie ihren Schwerpunkt hat und wie sie zu phrasieren ist. Und prüfe bei liturgischen Gesängen, welche Psalmformel zugeordnet ist; sie richtet sich nach dem Ton, nicht nur nach dem Schlusston.