Hypophrygisch
Plagale Form des phrygischen Modus (4. Kirchenton).
Was es bedeutet
Hypophrygisch ist die plagale Form des phrygischen Modus und gilt als vierter Kirchenton. Die Tonleiter besteht aus denselben Tönen wie die phrygische, doch der Tonraum, in dem sich eine Melodie bewegt, liegt eine Quart tiefer als beim authentischen phrygischen Modus, während der Grundton, die Finalis, gleich bleibt.
Musikalische Verwendung
Wie bei allen plagalen Modi kennzeichnet die Vorsilbe „Hypo-“ die tiefer angesetzte Melodielage: Der authentische phrygische Modus bewegt sich vom Grundton aufwärts über eine Oktave, der hypophrygische von einer Quart darunter bis zu einer Quint darüber. Hypophrygisch teilt mit dem authentischen Phrygisch die Finalis und in abgewandelter Form den Rezitationston, unterscheidet sich aber im Ambitus.
Abzugrenzen ist Hypophrygisch vom authentischen Phrygisch, mit dem es Grundton und Tonvorrat teilt, sowie von Hypodorisch, der plagalen Form des dorischen Modus mit anderem Grundton. Beide plagalen Formen liegen tonal benachbart und lassen sich leicht verwechseln, wenn nur die Vorzeichnung, nicht aber der Grundton beachtet wird.
Spielpraxis
Bestimme den Modus einer gregorianischen Melodie zunächst über den Schlusston und dann über den Ambitus, um zwischen authentischer und plagaler Form zu unterscheiden. Singe hypophrygische Melodien mit Bewusstsein für ihre tiefere Lage ruhig und gebunden, ohne den charakteristischen Halbtonschritt oberhalb der Finalis zu verlieren, der dem phrygischen Modus seinen besonderen Klang gibt.