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Harmonik

Phrygische Kadenz

Halbschluss mit Halbtonschritt abwärts im Bass (in Moll: iv6 → V), benannt nach dem phrygischen Modus.

Was es bedeutet

Die phrygische Kadenz ist ein Halbschluss in Moll, bei dem die Subdominante in erster Umkehrung zur Dominante führt, funktionstheoretisch s mit Terz im Bass zu D (iv6–V). In a-Moll steht über dem Bass f der d-Moll-Klang, der zum E-Dur-Klang weitergeht. Kennzeichnend ist die Bassbewegung: ein Halbtonschritt abwärts, von der sechsten zur fünften Stufe.

Kennzeichnend ist, dass der Bass nicht im Quintfall, sondern im Halbtonschritt abwärts zur Dominante geführt wird.

Musikalische Verwendung

Den Namen hat die Kadenz von ihrer Herkunft. Im phrygischen Modus liegt die zweite Stufe nur einen Halbton über der Finalis, und die typische Schlusswendung dieses Modus führt den Bass mit einem Halbtonschritt abwärts zur Finalis, während eine Oberstimme im Ganzton aufwärts dorthin steigt. In der Dur-Moll-Tonalität ist daraus ein Halbschluss geworden: Der Klang, auf dem die Wendung endet, ist nun die Dominante, nicht mehr die Tonika.

In der Musik des Barock ist die phrygische Kadenz weit verbreitet, besonders als Schluss langsamer Mittelsätze in Moll, die unmittelbar in einen schnellen Satz übergehen. Sie endet offen und leitet über, statt abzuschließen. In der Stimmführung laufen Bass und Oberstimme in Gegenbewegung von der Sexte in die Oktave auseinander, was der Wendung ihre besondere Weite gibt.

Abzugrenzen ist die phrygische Kadenz vom gewöhnlichen Halbschluss, bei dem der Bass meist aus der Subdominante in Grundstellung aufwärts zur Dominante führt.

Die Kadenz kommt in der Barockmusik oft am Ende langsamer Mittelsätze vor, die dann auf der Dominante offen stehen bleiben und direkt in den folgenden schnellen Satz überleiten. Ihr Name verweist auf den phrygischen Modus, in dem der Halbtonschritt abwärts zur Finalis charakteristisch ist. ## Spielpraxis

Gib dem Halbtonschritt im Bass Gewicht — er trägt die Wirkung. Halte den Dominantklang am Ende offen und ohne Schlussgeste, denn es folgt meist ein weiterer Satz. Und nimm dir vor dem Schlussklang etwas Zeit; die Wendung verlangt Breite, nicht Eile.