Zum Inhalt springen
Theorie

Kontraoktave

Die Kontraoktave umfasst die Töne vom Kontra-C bis zum Kontra-H, geschrieben C₁ bis H₁. Sie liegt unter der großen Oktave und beginnt bei 32,7 Hz. Die tiefen Saiten des Kontrabasses, die Pfeifen eines 16-Fuß-Registers und die untersten Klaviertasten gehören dazu.

Umfang
C₁ bis H₁
Schreibweise
großer Buchstabe mit tiefgestellter 1
Wissenschaftlich
C1 bis H1
Tiefster Ton
C₁ = 32,70 Hz
Höchster Ton
H₁ = 61,74 Hz
Nächst tiefer
Subkontraoktave, C₂ bis H₂

Unter der großen Oktave

Im deutschen System zählt man die Oktaven ab dem kleinen c nach oben mit Strichen und nach unten mit Namen: Die große Oktave trägt große Buchstaben, C bis H, darunter folgt die Kontraoktave mit einer tiefgestellten 1, dann die Subkontraoktave mit 2. In der wissenschaftlichen Zählung dieses Glossars heißt das Kontra-C „C1“, das große C „C2“, und das mittlere C „C4“. Jede Oktave nach unten halbiert die Frequenz, deshalb hat C₁ mit 32,7 Hz genau halb so viele Schwingungen wie das große C mit 65,4 Hz.

Die Saiten des Kontrabasses (klingend)

e a d g

Die vier Saiten des Kontrabasses klingen E₁, A₁, D und G. Die beiden tiefsten, markiert, liegen in der Kontraoktave. Gespielte Noten werden für den Kontrabass eine Oktave höher notiert, als sie klingen, damit nicht so viele Hilfslinien unter dem System nötig sind.

Frequenzen

Die Tabelle gibt die sieben Töne der Kontraoktave an. Die Werte folgen aus dem Kammerton a¹ = 440 Hz und der gleichstufigen Teilung, die auf der Seite Kammerton beschrieben ist. Zum Vergleich: Die untere Hörgrenze liegt bei etwa 20 Hz, die Töne dieser Oktave liegen also noch im hörbaren Bereich, aber nah an dessen unterem Ende. Kleine Lautsprecher können sie kaum wiedergeben; man hört dann vor allem die Obertöne.

TonWissenschaftlichFrequenz bei a¹ = 440 Hz
C₁C132,70 Hz
D₁D136,71 Hz
E₁E141,20 Hz
F₁F143,65 Hz
G₁G149,00 Hz
A₁A155,00 Hz
H₁H161,74 Hz

Wo man sie spielt

Auf der Orgel erklingt das Kontra-C, wenn man bei einem 16-Fuß-Register die tiefste Taste C drückt: Die Pfeife ist rund fünf Meter lang. Das 32-Fuß-Register geht eine Oktave tiefer in die Subkontraoktave. Das Klavier reicht mit seinen 88 Tasten bis A₂, dem Subkontra-A; das Kontra-C ist die vierte Taste von unten. Beim Kontrabass und beim E-Bass liegt die tiefste leere Saite mit E₁ = 41,2 Hz in der Kontraoktave.

Zum Üben: Wer die Oktavnamen sicher beherrschen will, übt sie an einem Instrument, das er kennt, zum Beispiel an der tiefsten Saite einer Bassgitarre: E₁, dann im 12. Bund E in der großen Oktave. In der Seite Noten lesen lernen stehen Oktavlagen und Schlüssel im Zusammenhang.

Häufige Fehler

  • Die Zahl mit der wissenschaftlichen Oktavzahl verwechseln: Kontra-C mit tiefgestellter 1 ist C1, hier stimmen beide Zahlen überein. Bei den Oberoktaven, den Strichen oben, ist die wissenschaftliche Zahl dagegen um drei größer.
  • Das Notenbild des Kontrabasses mit dem Klang gleichsetzen: Er klingt eine Oktave tiefer als notiert.
  • Zu hohe Erwartungen an kleine Lautsprecher: Unter etwa 100 Hz geben sie kaum noch etwas wieder.