Leiterfremd
Leiterfremd nennt man Töne und Akkorde, die nicht zur Tonleiter der Tonart gehören. In C-Dur sind alle schwarzen Tasten zunächst leiterfremd. Sie stammen aus einer anderen Tonart oder sind chromatisch verändert. Das Gegenteil heißt leitereigen.
- Bedeutung
- gehört nicht zur Tonleiter der Tonart
- In C-Dur
- alle Töne außer c d e f g a h
- Typische Beispiele
- Zwischendominante, Mollsubdominante
- Gegenteil
- leitereigen
Von außen geliehen
Leitereigen sind die sieben Töne der Tonleiter und alle Akkorde, die man aus ihnen baut. Leiterfremd ist alles andere. Ein leiterfremder Ton ist Gast in der Tonart. Er kann aus einer anderen Tonart stammen, wie das fis in C-Dur aus G-Dur oder das as aus c-Moll, oder chromatisch verändert sein.
Zwischendominante D7 vor G in C-Dur
Der Akkord D7 (d–fis–a–c) enthält fis, das in C-Dur nicht vorkommt. Er ist leiterfremd und führt wie eine Dominante in den G-Dur-Akkord.
Mollsubdominante f-Moll in C-Dur
Der Akkord f–as–c enthält as, das aus c-Moll stammt. Er wird in Dur gern als Farbe vor dem Schluss geborgt.
Im Glossar: Leitereigen · Alteration · Chromatik
Hören
Die ersten vier Akkorde zeigen eine Zwischendominante, die vor die Dominante geschaltet ist: D7 führt nach G. Das fis darin kommt in C-Dur nicht vor, die Wendung klingt trotzdem folgerichtig, weil D7 auf G zielt. Danach folgt eine Mollsubdominante: Das as färbt den Schluss dunkler.
Leiterfremd ist relativ
Ob ein Ton leiterfremd ist, hängt von der Tonart ab. Das fis ist in C-Dur fremd, in G-Dur eigen. Bleibt eine leiterfremde Harmonie bestehen und wird zum neuen Bezugspunkt, spricht man von Modulation. Wird sie nur kurz berührt, ist sie eine Färbung.
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Verwandte Begriffe
LeitereigenAlterationChromatikStufenakkordTonartModulationDominanteSubdominante
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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