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Vortrag

Maestoso

Maestoso (italienisch „majestätisch“) verlangt einen feierlichen, würdevollen Vortrag. Es steht am Beginn eines Stücks, oft neben einem kräftigen Dynamikzeichen, und nennt den Charakter.

Bedeutung
majestätisch, feierlich, würdevoll, gemessen
Sprache
Italienisch, zu „maestà“ (Majestät)
Steht
am Stückanfang
Verwandt
Marcato

Feierlich und würdevoll

„Maestoso“ ist von „maestà“ („Majestät“) abgeleitet. Als Vortragsbezeichnung bedeutet es „feierlich, würdevoll, gemessen“ oder „majestätisch“. Gemeint ist ein „pacato e solenne“ genannter Vortrag, also ruhig und feierlich. Steht maestoso allein, deutet es auf ein Tempo etwas langsamer als Andante hin; steht es bei einem Tempowort, ist es nur ein Hinweis auf den Ausdruck.

Maestoso: breite Akkorde im Forte

4 4 f maestoso

Drei Takte: zwei halbe Akkorde, eine Melodiefigur mit punktierter Viertel und ein ganzer Schlussakkord. „maestoso“ und f stehen am ersten Akkord.

f, dann fz auf dem zweiten Akkord

4 4 f fz maestoso

Auch in Haydns Air unten folgt auf f ein fz. Hier trägt der zweite Akkord das fz; die Zeile hat zwei Takte zu je vier Zählzeiten.

Maestoso im Notenbild

Die drei Blätter aus dem Archiv haben gemeinsam, dass das Wort ganz am Anfang steht und dass keine weitere Tempoangabe daneben steht.

Bass und Klavier

Gitarre

Bei Haydn steht maestoso zusammen mit f und fz-Zeichen, bei Giuliani unter dem Wort „Cadence“, bei Horetzky über einem Stück, das mit f beginnt und in Takt 4 nach einer Gabel wieder f erreicht.

Maestoso und pesante

Pesante heißt „schwer, gewichtig“, maestoso „feierlich, würdevoll, gemessen“. Beide Wörter sagen etwas über den Charakter, keines gibt ein Tempo in Schlägen pro Minute an.

Zum Üben: Spiele die ersten Takte eines Stücks in deinem Tempo erst nüchtern und dann maestoso. Gib jedem Akkord Zeit zum Klingen und lass die Bewegung ruhig bleiben. Es soll feierlich wirken, nicht steif.

Häufige Fehler

  • Maestoso als Lautstärke lesen: Es sagt „würdevoll“, nicht „laut“; die Dynamik geben f oder p an.
  • Zu langsam werden: Würde entsteht durch Gelassenheit, nicht durch Zeitlupe.
  • Schwerfällig spielen: Die Musik soll getragen sein und doch klar vorangehen.