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Akkord

Nonenakkord

Ein Nonenakkord entsteht, wenn man auf einen Septakkord eine weitere Terz schichtet. Über dem Grundton liegt dann eine None, ein Intervall von einer Oktave plus einer Sekunde. Der Akkord besteht aus fünf verschiedenen Tönen.

Aufbau
Septakkord plus eine Terz
Töne
fünf: Grundton, Terz, Quinte, Septime, None
Große None
14 Halbtöne über dem Grundton
Kleine None
13 Halbtöne über dem Grundton
Häufigste Form
auf der Dominante

Fünf Töne auf einem Grundton

Ein Dreiklang besteht aus zwei übereinandergeschichteten Terzen, ein Septakkord aus drei. Schichtet man eine vierte Terz dazu, entsteht über dem Grundton eine None. Sie ist eine Sekunde, um eine Oktave nach oben gesetzt. Damit hat der Nonenakkord fünf Töne: Grundton, Terz, Quinte, Septime und None. In C-Dur auf der Dominante g sind das g, h, d, f und a.

G9 in C-Dur: fünf Töne, große None

Links alle fünf Töne: g–h–d–f–a. Rechts die vierstimmige Form ohne Quinte: g–h–f–a. Die None a liegt weit über dem Grundton g, mehr als eine Oktave entfernt. Darauf kommt es für den Klang an.

Große und kleine None

Links in Dur mit großer None (a), rechts in Moll mit kleiner None (as). Der markierte Akkord ist der Dominantnonenakkord von c-Moll. Er klingt gespannter und dunkler.

Ohne Grundton: das Septakkord-Gerüst darüber

Lässt man bei beiden Nonenakkorden den Grundton g weg, bleiben Septakkorde über dem Leitton h übrig: links der halbverminderte (h–d–f–a), rechts der vollverminderte (h–d–f–as).

Im Glossar: Septakkord · None · Dominante

Groß oder klein

Die None kann groß oder klein sein. Die große None liegt 14 Halbtöne über dem Grundton, die kleine 13. Der Unterschied ist klein, verändert den Klang aber erheblich. Auf der Dominante steht in Dur meist die große None, in Moll die kleine. Der Dominantseptakkord mit großer None klingt voll und farbig, mit kleiner None gespannter und dunkler. Funktionstheoretisch spricht man vom Dominantseptnonenakkord.

G7G9CG7♭9Cm

Die ersten drei Klänge stehen in C-Dur: der Septakkord, derselbe mit None und die Auflösung nach C. Danach folgt die Moll-Variante mit kleiner None, as, und der Schluss nach c-Moll. Die None löst sich dabei abwärts auf, im Beispiel auf das g des Zielakkords.

Fünf Töne, vier Stimmen: was wird weggelassen?

Im vierstimmigen Satz sind fünf Töne nicht vollständig unterzubringen. Üblich ist, die Quinte wegzulassen, denn sie trägt am wenigsten zur Wirkung bei. Lässt man dagegen den Grundton weg und behält die Quinte, bleibt ein Septakkord über dem Leitton übrig. Beim Dominantnonenakkord ist das mit großer None der halbverminderte, mit kleiner None der vollverminderte Septakkord. Diese Deutung erklärt, warum beide Klänge dominantisch wirken und sich in die Tonika auflösen. Mehr zum vollverminderten Klang steht im Artikel Der verminderte Septakkord.

FormTöne über gKlang
Dominantseptakkordg–h–d–fgespannt, noch ohne None
mit großer None (Dur)g–h–d–f–avoll und farbig
mit kleiner None (Moll)g–h–d–f–asgespannter, dunkler
ohne Grundton, große Noneh–d–f–ahalbverminderter Septakkord
ohne Grundton, kleine Noneh–d–f–asvollverminderter Septakkord

Auf die Lage kommt es an

Für den Klang entscheidet die Lage. Die None soll weit über dem Grundton liegen, mindestens eine Oktave darüber. Setzt man sie in enger Lage direkt neben den Grundton, entsteht aus ihr eine harte Sekundreibung.

Wo man Nonenakkorde antrifft

In der klassischen Satzlehre erscheint die None meist als Vorhalt: Sie wird vorbereitet und löst sich abwärts auf. Als selbständiger Klang setzt sich der Nonenakkord vor allem im späten 19. Jahrhundert durch. Komponisten des Impressionismus nutzen Nonenakkorde häufig als Klangfarbe, ohne sie aufzulösen. Im Jazz gehören Nonen zu den üblichen Akkorderweiterungen. Das Akkordsymbol C9 bedeutet dort c–e–g–b–d, ein Dominantseptakkord mit großer None.

Zum Üben: Spiele am Klavier erst G7, dann dasselbe mit dem a darüber, und löse nach C auf. Achte darauf, dass das a deutlich über dem g liegt. Probiere danach die Moll-Variante mit as und höre den Unterschied zwischen großer und kleiner None.