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Theorie

Schisma

Kleinstes in der Tonbestimmung berücksichtigtes Intervall, ein Zwölftel des syntonischen Kommas.

Was es bedeutet

Das Schisma ist eines der kleinsten Intervalle, die in der Stimmungstheorie überhaupt eine Rolle spielen: die winzige Differenz zwischen dem syntonischen Komma und dem pythagoreischen Komma. Es beträgt nur etwas mehr als zwei Cent und ist damit für das menschliche Ohr praktisch nicht mehr als Tonhöhenunterschied wahrnehmbar.

Rechnerisch ergibt sich das Schisma, wenn man zwölf reine Quinten aufeinanderschichtet und das Ergebnis mit acht reinen Oktaven und einer reinen großen Terz vergleicht – der verbleibende, extrem kleine Rest ist das Schisma.

Musikalische Verwendung

In der Praxis dient das Schisma vor allem als Rechengröße der Stimmungstheorie, um zu erklären, warum bestimmte enharmonisch gleichgesetzte Töne – etwa his und c – in reiner Stimmung nicht exakt, sondern nur bis auf dieses winzige Restintervall übereinstimmen. Bestimmte historische Stimmungssysteme, die sogenannten schismatischen Temperaturen, nutzen gezielt diese kleine Differenz, um mit fast reinen Quinten und Terzen auszukommen.

Weil das Schisma so klein ist, wird es in der praktischen Musikausübung nie bewusst gehört, sondern bleibt eine theoretische Rechengröße für Musiktheoretiker und Stimmungsforscher.

Abzugrenzen ist das Schisma vom syntonischen Komma und vom pythagoreischen Komma, den beiden deutlich größeren Kommata, aus deren Differenz es sich überhaupt erst ergibt, sowie vom Diesis, einem anderen kleinen, aber ebenfalls größeren Reststück der Stimmungstheorie.