Schritt
Ein Schritt ist die Bewegung einer Melodie zum unmittelbaren Nachbarton, also um eine Stufe auf der Tonleiter. Größere Abstände heißen Sprung. Schritte machen eine Melodie sanglich, Sprünge setzen Akzente.
Schritt und Sprung
Melodien bewegen sich auf zwei Arten. Der Schritt führt zum Nachbarton, der Sprung überspringt einen oder mehrere Töne. Die meisten eingängigen Melodien schreiten überwiegend, und der einzelne Sprung gewinnt seine Wirkung gerade dadurch, dass er die Ausnahme ist.
Schritte
Jeder Ton liegt direkt neben dem vorigen, in der Notenzeile von Linie zu Zwischenraum. Das ist die weiche, fließende Bewegung, die Kinderlieder und Choräle prägt.
Sprünge
Hier werden Töne übersprungen: von c nach g eine Quinte, von g nach e eine kleine Terz abwärts, von e nach c eine kleine Sexte aufwärts. Das wirkt gestisch und hebt einzelne Töne hervor.
Auf der Tonleiter ist ein Schritt entweder ein Ganzton oder ein Halbton. Als Intervall gemessen ist er eine Sekunde, ein Sprung ist eine Terz oder größer. Das Maß „Schritt“ bezieht sich also auf die Tonleiter, nicht auf die Taste: Ein Schritt kann am Klavier eine Taste überspringen, nämlich bei einem Ganzton.
Warum das für Melodien wichtig ist
Unser Gedächtnis merkt sich oft weniger die exakten Töne als die Form der Bewegung, die Kontur. Steigt die Melodie, fällt sie, springt sie weit oder schreitet sie in kleinen Schritten? Kleine Intervalle verbinden, große trennen und heben hervor. Wer selbst Melodien erfindet, kann sich an eine einfache Faustregel halten: überwiegend schreiten, mit einem Sprung einen Akzent setzen und auf einen Höhepunkt zusteuern. Was das für Aufbau und Spannung bedeutet, steht auf der Seite Melodie.
Häufige Fehler
- Schritt mit Halbton gleichsetzen: Ein Schritt ist der Weg zum Nachbarton der Tonleiter und kann ein Ganzton oder ein Halbton sein.
- Nur auf einzelne Töne hören: Achte beim Hören auf die Richtung der Linie und darauf, wo sie springt.