Terzparallelen
Erlaubte Parallelbewegung in Terzen.
Was es bedeutet
Terzparallelen liegen vor, wenn zwei Stimmen sich in gleicher Richtung bewegen und dabei durchgehend im Terzabstand bleiben. Im Unterschied zu Quint- und Oktavparallelen sind sie im strengen Satz erlaubt und gehören zum selbstverständlichen Bestand der mehrstimmigen Musik.
Musikalische Verwendung
Der Grund für die unterschiedliche Bewertung liegt im Verschmelzungsgrad. Die Terz ist eine unvollkommene Konsonanz: Sie klingt voll, ohne dass die beiden Stimmen zu einer verschmelzen, und beide bleiben als eigene Linien hörbar. Bei Quinten und Oktaven ist das anders — dort geht die Selbständigkeit verloren, und aus zwei Stimmen wird eine mit Verdopplung.
die parallelen Terzen in der diatonischen Leiter abwechselnd groß und klein sind; das Intervall bleibt also der Stufenzahl nach gleich, nicht der Halbtonzahl nach. Genau das erhält die Bindung an die Tonart.
Klanglich wirken Terzparallelen weich und geschlossen, weshalb sie in Volksmusik, im Kirchenlied und in der Ensembleliteratur allgegenwärtig sind — der zweistimmige Satz aus Melodie und Unterterz ist die verbreitetste Form einfacher Mehrstimmigkeit überhaupt. Historisch gehören der englisch geprägte Gymel und der Faux-Bourdon des 15. Jahrhunderts in diesen Zusammenhang; mit ihnen setzte sich die Terz als vollwertiger Zusammenklang durch und veränderte den Klang der europäischen Musik.
Da lange Ketten von Terzen leicht eintönig werden, wird in kunstvollen Sätzen bald zur Gegenbewegung oder zu Sexten gewechselt.
Terzparallelen gehören zu den beliebtesten Satzmitteln der Volksmusik; zweistimmiges Singen in Terzen ist in vielen Regionen üblich. In der Kunstmusik geben sie Duetten und Bläsersätzen Wärme. Im strengen Satz sind sie erlaubt, sollten aber nicht zu lang durchgehalten werden, damit die Stimmen ihre Selbstständigkeit behalten. ## Spielpraxis
Spiele parallel geführte Terzen als einen Klang: gleiche Länge, gleicher Ansatz, gleiche Dynamik. Achte auf die Intonation — Terzen wollen eher tief genommen werden, damit der Zusammenklang ruhig wird, und in parallelen Ketten summieren sich Abweichungen. Und gestalte die Linie gemeinsam; zwei verschieden phrasierte Stimmen ergeben keine Terzparallele, sondern Unruhe.