Ais-Moll
Moll-Tonart mit sieben Kreuzen; enharmonisch gleich b-Moll.
Was es bedeutet
Ais-Moll ist die Molltonart mit sieben Kreuzen in der Vorzeichnung: fis, cis, gis, dis, ais, eis und his. Ihr Grundton ist ais, ihre Durparallele Cis-Dur mit derselben Vorzeichnung. Im Quintenzirkel liegt sie sieben Schritte auf der Kreuzseite und markiert damit die theoretisch am weitesten entfernte Molltonart dieser Richtung.
Musikalische Verwendung
Wie in allen Molltonarten gibt die Vorzeichnung nur den Tonvorrat der natürlichen Form an. Der Leitton entsteht durch Erhöhung der siebten Stufe und erscheint als Versetzungszeichen im Takt — hier führt das auf ein gisis, also ein Doppelkreuz, weil gis bereits in der Vorzeichnung steht. Solche Doppelkreuze gehören in dieser Tonart zum Alltag jeder Kadenz.
In der melodischen Form kommt aufwärts zusätzlich die erhöhte sechste Stufe hinzu, was ein weiteres Doppelkreuz nach sich zieht, hier auf fisis.
Klanglich gleichwertig wäre die Schreibung b-Moll mit fünf b; in der Praxis wird fast ausschließlich diese enharmonisch einfachere Schreibweise verwendet. Ais-Moll selbst kommt in der Notenliteratur praktisch nur als vorübergehende, theoretische Zwischenstation vor, etwa innerhalb chromatischer Modulationsketten oder in Lehrwerken zur Veranschaulichung des Quintenzirkels.
Spielpraxis
Da Ais-Moll in der Praxis kaum als eigenständige Grundtonart notiert wird, begegnest du ihr am ehesten beim Studium des Quintenzirkels oder in kurzen chromatischen Übergängen. Rechne dir in diesem Fall die sieben Kreuze und die zusätzlichen Doppelkreuze des Leittons bewusst aus, statt dich allein auf die Vorzeichnung zu verlassen, und denke daran, dass dieselbe Klangwelt in b-Moll wesentlich einfacher zu lesen ist.