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Tonart

Gis-Moll

Tonart mit fünf Kreuzen.

Was es bedeutet

Gis-Moll ist die Molltonart mit fünf Kreuzen in der Vorzeichnung: fis, cis, gis, dis und ais. Ihr Grundton ist gis, ihre Durparallele H-Dur mit derselben Vorzeichnung. Im Quintenzirkel liegt sie fünf Schritte auf der Kreuzseite.

Musikalische Verwendung

Wie in allen Molltonarten gibt die Vorzeichnung nur den Tonvorrat der natürlichen Form an. Der Leitton entsteht durch Erhöhung der siebten Stufe und erscheint als Versetzungszeichen im Takt — hier führt das auf ein fisis, also ein Doppelkreuz, weil fis bereits in der Vorzeichnung steht. Das ist der Punkt, an dem diese Tonart für Lesende ungewohnt wird: Ein Doppelkreuz, das bei jeder Kadenz auftaucht, gehört hier zum Alltag und ist keine Besonderheit.

In der melodischen Form kommt aufwärts zusätzlich die erhöhte sechste Stufe hinzu, was ein weiteres Versetzungszeichen nach sich zieht.

Klanglich gleichwertig wäre die Schreibung as-Moll mit sieben Bs; welche gewählt wird, entscheidet der Zusammenhang, in dem die Tonart erreicht wird. In ungleichstufigen Stimmungen war eine so entlegene Tonart kaum brauchbar — die überlieferte Vorstellung vom besonderen Charakter solcher Tonarten geht darauf zurück.

Für Streicher liegt gis-Moll unbequem, weil leere Saiten fehlen; das wirkt sich auf Klang und Griffsicherheit aus.

Gis-Moll ist die Paralleltonart von H-Dur und die Varianttonart von Gis-Dur, das nur theoretisch vorkommt. Die Vorzeichen sind fis, cis, gis, dis und ais; der Leitton fisis erfordert in harmonisch Moll ein Doppelkreuz. Enharmonisch entspricht die Tonart as-Moll mit sieben Be, das kaum verwendet wird. In der Klavierliteratur erscheint gis-Moll in Etüden und Präludien der Romantik. Wegen der vielen Kreuze ist die Tonart für Streicher und Bläser schwerer zu intonieren als für Tasteninstrumente. ## Spielpraxis

Sprich dir die fünf Kreuze vor und rechne den Leitton bewusst aus, bevor du beginnst. Lies Doppelkreuze sorgfältig — sie werden in dieser Tonart regelmäßig übersehen. Und prüfe im Notentext, welche Stufen tatsächlich erhöht sind; die Vorzeichnung sagt darüber nichts.