B-Moll
Moll-Tonart mit fünf Bs; Paralleltonart zu Des-Dur.
Was es bedeutet
B-Moll ist die Molltonart mit fünf Bs in der Vorzeichnung: b, es, as, des und ges. Ihr Grundton ist b, das in der deutschen Tonbenennung dem internationalen B-flat entspricht (nicht zu verwechseln mit dem deutschen H). Ihre Durparallele ist Des-Dur, das dieselbe Vorzeichnung teilt.
Im Quintenzirkel liegt B-Moll fünf Schritte auf der B-Seite, benachbart zu Es-Moll und F-Moll.
Musikalische Verwendung
B-Moll gilt seit dem 18. und 19. Jahrhundert in vielen Charakteristiken der Tonarten als düster und schwermütig; Christian Friedrich Daniel Schubart beschrieb sie in seiner Tonartencharakteristik als Ausdruck von Verzweiflung und Nachtgedanken. Solche Zuschreibungen beruhen auf der Hörgewohnheit der jeweiligen Zeit und sind keine objektive Eigenschaft der Tonart, doch sie prägten die Wahl der Komponisten für ernste, klagende Sätze.
In der Klaviermusik ist B-Moll unter anderem durch Frédéric Chopins Klaviersonate Nr. 2 mit dem berühmten Trauermarsch bekannt geworden. Abzugrenzen ist B-Moll von der gleichnamigen Durtonart B-Dur, mit der es lediglich den Grundton teilt, sowie von seiner Paralleltonart Des-Dur, mit der es die Vorzeichnung teilt, aber ein anderes tonales Zentrum hat.
Spielpraxis
Übe die harmonische und die melodische Moll-Form von B-Moll getrennt, da sich die sechste und siebte Stufe je nach Richtung unterscheiden. Achte am Klavier auf die vielen schwarzen Tasten in der Grundtonleiter; am Streichinstrument hilft es, zuerst die Paralleltonart Des-Dur zu greifen und von dort aus die Molltonleiter auf b zu bilden.