B-Dur
Tonart mit zwei Bs als Vorzeichen (engl./internat. B♭-Dur).
Was es bedeutet
B-Dur ist die Durtonart mit zwei Bs in der Vorzeichnung, nämlich b und es. Ihr Grundton ist das deutsche b — der Ton, der im englischen und internationalen Sprachgebrauch B flat heißt. Hier liegt die bekannteste Fehlerquelle der deutschen Tonbenennung: Das englische B entspricht dem deutschen H, weshalb die englische Bezeichnung dieser Tonart B flat major lautet.
Musikalische Verwendung
Ihre Mollparallele ist g-Moll, die dieselbe Vorzeichnung trägt. Im Quintenzirkel liegt B-Dur zwei Schritte auf der B-Seite, zwischen F-Dur und Es-Dur.
Praktisch ist diese Tonart für Bläser von besonderer Bedeutung. Klarinette, Trompete, Tenorhorn und Sopransaxophon sind in B gestimmt und klingen einen Ganzton tiefer als notiert; ihre Stimmen werden entsprechend transponiert geschrieben. Für Blasorchester und Blaskapellen sind B-Dur und die benachbarten B-Tonarten deshalb die bequemsten Lagen, was sich im gesamten Repertoire dieser Besetzungen niederschlägt. Auch für Streicher liegt B-Dur brauchbar, wenn auch weniger günstig als die Kreuztonarten, weil weniger leere Saiten zur Verfügung stehen.
In ungleichstufigen Stimmungen hatte jede Tonart einen eigenen Charakter, und die historische Rede von Tonartcharakteren bezieht sich auf diesen Umstand; in gleichstufiger Stimmung klingen alle Tonarten gleich, und Unterschiede ergeben sich nur noch aus der Lage auf dem jeweiligen Instrument.
Wegen der Stimmung der Blechblasinstrumente und Klarinetten ist B-Dur eine bevorzugte Tonart der Blasmusik; Trompete, Klarinette und Tenorhorn stehen häufig in B, sodass ihre Stimmen in dieser Tonart besonders gut liegen. Auch in der Jazz- und Big-Band-Literatur ist B-Dur verbreitet. Im Quintenzirkel steht B-Dur zwischen F-Dur und Es-Dur, seine Paralleltonart ist g-Moll, die Varianttonart b-Moll mit fünf Vorzeichen. Die Vorzeichen sind b und es. ## Spielpraxis
Sprich dir die beiden Vorzeichen vor dem ersten Ton laut vor und benenne die betroffenen Töne. Achte im Austausch mit englischsprachigen Musikern auf die abweichende Bezeichnung. Und prüfe bei transponierenden Instrumenten, ob du geschriebene oder klingende Tonart meinst.