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Solmisation

Bewegliches Do

Do ist der Grundton der jeweiligen Tonart, nicht ein fester Ton. Für Gehörbildung der ergiebigere Weg.

Was es bedeutet

Beim beweglichen Do bezeichnet die Silbe do jeweils den Grundton der geltenden Tonart. In C-Dur ist do das c, in G-Dur das g, in Es-Dur das es. Die Silben benennen also keine absoluten Tonhöhen, sondern Stufen: ti ist immer der Leitton, sol immer die Quinte, fa immer die vierte Stufe.

Musikalische Verwendung

Der Vorzug dieses Verfahrens liegt darin, dass es die Funktion eines Tones hörbar und benennbar macht. Wer ti singt, singt einen Ton, der aufwärts drängt — unabhängig davon, in welcher Tonart er sich befindet. Damit wird das relative Hören geschult, also genau die Fähigkeit, auf die es im Zusammenspiel ankommt: Abstände und Funktionen erfassen, nicht absolute Tonhöhen benennen.

Für Moll gibt es zwei gebräuchliche Handhabungen. Entweder wird la als Grundton verwendet, sodass die Mollleiter von la nach la verläuft und die Beziehung zur Durparallele erhalten bleibt; oder es wird do mit entsprechend veränderten Silben für die dritte, sechste und siebte Stufe gebraucht. Beide Wege sind verbreitet, und man sollte sich für einen entscheiden.

Veränderte Töne erhalten eigene Silben, die die Erhöhung oder Erniedrigung kenntlich machen. Ergänzt wird das System häufig durch die Kodály-Handzeichen.

Abzugrenzen ist das bewegliche Do vom festen, bei dem die Silben absolute Tonnamen sind.

Das bewegliche Do liegt der Tonic-Sol-fa-Methode in England und der Kodály-Methode in Ungarn zugrunde; in Deutschland hat es sich vor allem als Relative Solmisation in der Schulmusik verbreitet. Sein Vorteil liegt darin, dass es Beziehungen hörbar macht: Die Silben zeigen, welche Funktion ein Ton in der Tonart hat, und dieselbe Melodie wird in jeder Tonart gleich gesungen. Schwierig wird es bei Modulationen und stark chromatischer Musik, wo häufige Umdeutungen nötig werden. ## Spielpraxis

Entscheide dich für ein System und bleibe dabei; der Wechsel zwischen beweglichem und festem Do verwirrt mehr, als er nützt. Singe Melodien auf Silben, bevor du sie spielst, und achte besonders auf die Halbtonstellen zwischen mi und fa sowie zwischen ti und do. Und nutze das System beim Transponieren — die Stufen bleiben dieselben.