Sol
Fünfte Stufe der Solmisation, eine reine Quinte über Do.
Was es bedeutet
Sol ist die fünfte Silbe der Solmisation. Beim beweglichen Do bezeichnet sie die fünfte Stufe der Tonart, die eine reine Quinte über dem Grundton liegt; beim festen Do ist sie ein absoluter Tonname und entspricht dem deutschen g.
Musikalische Verwendung
Die fünfte Stufe ist nach dem Grundton der wichtigste Bezugspunkt einer Tonart. Auf ihr steht die Dominante, deren Auflösung zur Tonika die Kadenz trägt; im Zusammenklang bildet sie mit dem Grundton die reine Quinte, das stabilste Intervall nach der Oktave; und der Quintenzirkel, nach dem die Tonarten geordnet sind, beruht auf der wiederholten Schichtung dieses Abstands.
Gemeinsam mit do und mi bildet sol das Gerüst des Tonikadreiklangs — drei Töne, die zusammen die Tonart eindeutig bestimmen. In der Musikpädagogik werden sol und mi häufig als erstes Intervallpaar eingeführt, weil die fallende kleine Terz in Kinderrufen und Abzählreimen weltweit vorkommt und ohne Anleitung getroffen wird.
In der abgekürzten Schreibung der Tonsilben, wie sie im englischsprachigen Unterricht gebräuchlich ist, erscheint die Silbe verkürzt; aus ihr und der vierten Silbe leitet sich zugleich die Bezeichnung des ganzen Verfahrens her.
Im Hexachordsystem war Sol die fünfte Silbe. Im relativen System ist Sol die fünfte Stufe und Grundton der Dominante, weshalb Sol–Do die typische Bassbewegung im authentischen Schluss darstellt. Im festen System bezeichnet Sol den Ton g. Der Name des Solfège und der Solmisation leitet sich von den Silben Sol und Fa bzw. Sol und Mi ab. Im Französischen heißt auch der Violinschlüssel clé de sol, weil er die Lage des g festlegt; ebenso heißt der Bassschlüssel clé de fa. ## Spielpraxis
Beginne Gehörübungen mit sol und mi — die fallende kleine Terz ist der sicherste Einstieg. Präge dir do–mi–sol als Gerüst ein, von dem aus sich die übrigen Stufen finden lassen. Und intoniere die Quinte rein; sie ist neben der Oktave der verlässlichste Prüfstein.