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Solmisation

Mi

Dritte Silbe der Solmisation.

Was es bedeutet

Mi ist die dritte Silbe der Solmisation. Beim beweglichen Do bezeichnet sie die dritte Stufe der Durtonart, also den Ton, der eine große Terz über dem Grundton liegt und das Tongeschlecht bestimmt. Beim festen Do ist sie ein absoluter Tonname und entspricht dem deutschen e.

Musikalische Verwendung

Die Silbe markiert eine der beiden Halbtonstellen der Durtonleiter: Zwischen mi und fa liegt stets ein Halbtonschritt. Das war im mittelalterlichen System die eigentliche Auskunft, die die Silben geben sollten — sie sagen, wo der Halbton liegt, unabhängig von der absoluten Tonhöhe. Daraus stammt auch die alte Regel, wonach „mi gegen fa" den unerwünschten Tritonus ergibt; die Praxis der musica ficta diente unter anderem dazu, diese Konstellation zu vermeiden.

Melodisch fällt mi nicht wie ein Leitton, sondern bildet zusammen mit do und sol das Gerüst des Tonikadreiklangs. Als Terz ist mi zugleich der Ton, der bei der Intonation besondere Aufmerksamkeit verlangt: In der gleichstufigen Stimmung liegt er merklich höher als die reine große Terz, und im freien Zusammenspiel wird er tiefer genommen, damit der Durakkord ruhig wird.

In Moll tritt an diese Stelle eine veränderte Silbe, die die kleine Terz bezeichnet — je nach System verschieden gehandhabt.

Im Hexachordsystem lag unter mi der Ganzton, über ihm der Halbton zu fa. Im relativen System ist Mi die dritte Stufe der Durtonleiter; ob sie groß oder klein ist, unterscheidet Dur von Moll. Im festen System bezeichnet Mi den Ton e. Die Merkregel mi contra fa warnte im Mittelalter vor dem Tritonus zwischen mi und fa verschiedener Hexachorde. ## Spielpraxis

Singe den Schritt mi–fa bewusst als Halbton. Nimm mi als Terz eines Durakkords eher tief; das ist der wirksamste einzelne Eingriff in die Intonation. Und präge dir do–mi–sol als Gerüst ein — von diesen drei Tönen aus lassen sich die übrigen Stufen sicher finden.