Do
Erste Stufe der Solmisation.
Was es bedeutet
Do ist die erste Silbe der Solmisation. Was sie bezeichnet, hängt vom verwendeten System ab: Beim beweglichen Do ist sie der Grundton der jeweiligen Tonart und damit eine Stufenbezeichnung; beim festen Do ist sie ein absoluter Tonname und entspricht dem deutschen c.
Musikalische Verwendung
Historisch ist do die jüngste der Grundsilben. Die ursprüngliche Reihe begann mit ut, gewonnen aus der Anfangssilbe der ersten Zeile eines lateinischen Hymnus; die übrigen Silben — re, mi, fa, sol, la — stammen aus den folgenden Zeilen. Ut wurde später durch das sangbarere do ersetzt, das auf einem offenen Vokal endet; im französischen Sprachgebrauch hat sich ut daneben teilweise gehalten.
Im mittelalterlichen System bezeichneten die Silben Stufen innerhalb eines Hexachords, also einer Sechstonreihe, in der der Halbton stets zwischen mi und fa lag. Beim Überschreiten dieses Raums wechselte man durch die Mutation in ein anderes Hexachord. Später trat eine siebte Silbe hinzu, und das System wurde auf die Oktave umgestellt.
Im romanischen Sprachraum sind die Silben zu festen Tonnamen geworden: do ist dort das c, re das d, und so fort. In der Gehörbildung des deutschen und angelsächsischen Raums überwiegt dagegen das bewegliche Do.
Ursprünglich lautete die Silbe Ut; sie stammt aus Guido von Arezzos Hymnus an Johannes den Täufer, dessen Zeilen jeweils einen Ton höher beginnen. Im 17. Jahrhundert setzte sich in Italien das besser singbare Do durch, in Frankreich blieb Ut bis heute neben Do in Gebrauch. In romanischen Ländern ist Do zugleich der Name des Tons c, im relativen System der Grundton jeder Durtonart. Diese doppelte Bedeutung führt leicht zu Missverständnissen zwischen den Traditionen. ## Spielpraxis
Kläre, in welchem System du arbeitest, bevor du Silben benutzt — dieselbe Silbe bedeutet in beiden Systemen Verschiedenes. Singe Tonleitern und einfache Melodien auf Silben, bevor du sie spielst; die Verbindung von Silbe, Stufe und Klang ist der Kern des Verfahrens.