Fa
Vierte Silbe der Solmisation.
Was es bedeutet
Fa ist die vierte Silbe der Solmisation und bezeichnet beim beweglichen Do die vierte Stufe der Tonart — den Ton eine Quarte über dem Grundton. Beim festen Do ist sie ein absoluter Tonname und entspricht dem deutschen f.
Musikalische Verwendung
Ihre besondere Stellung verdankt die Silbe dem Halbton: Zwischen mi und fa liegt in jedem Hexachord und in jeder Durtonleiter ein Halbtonschritt. Das war der eigentliche Zweck des mittelalterlichen Systems — die Silben sagen, wo der Halbton liegt, und wer mi–fa singt, singt einen Halbton, gleichgültig auf welcher Tonhöhe. Aus dieser Eigenschaft stammt auch die alte Merkregel, wonach „mi gegen fa" den unerwünschten Tritonus ergibt, was in der Praxis der musica ficta vermieden wurde.
Harmonisch trägt die vierte Stufe die Subdominante. Melodisch fällt fa zu mi hin — der Halbton wirkt abwärts, so wie der Leitton ti aufwärts zu do strebt. Diese beiden Halbtöne sind die Spannungspunkte der Durtonleiter, und in der Kadenz lösen sich beide gleichzeitig auf: Im Dominantseptakkord bilden ti und fa den Tritonus, der auseinander- beziehungsweise zusammengeht.
Erhöht wird die Silbe zu einer eigenen Form, wenn die vierte Stufe chromatisch angehoben ist — etwa im lydischen Klang oder bei der Zwischendominante zur Dominante.
Im Hexachordsystem des Mittelalters war Fa die Silbe über dem Halbtonschritt mi–fa, der einzigen Stelle im Hexachord mit einem Halbton. Daraus entstand die Merkregel mi contra fa, die vor dem Zusammenklang von mi und fa im Tritonusabstand warnte. In der Solmisation der Kodály-Methode wird Fa mit einem nach unten zeigenden Daumen dargestellt. Im absoluten System der romanischen Länder bezeichnet Fa den Ton f. ## Spielpraxis
Singe den Schritt mi–fa bewusst als Halbton und nimm ihn eng. Achte darauf, dass fa abwärts zieht und nicht als Ruhepunkt behandelt wird. Und nutze die Silben beim Erarbeiten von Melodien — sie zeigen dir die Halbtonstellen unmittelbar an.