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Solmisation

Re

Zweite Stufe der Solmisation, eine große Sekunde über Do.

Was es bedeutet

Re ist die zweite Silbe der Solmisation. Beim beweglichen Do bezeichnet sie die zweite Stufe der Tonart, die eine große Sekunde über dem Grundton liegt; beim festen Do ist sie ein absoluter Tonname und entspricht dem deutschen d.

Musikalische Verwendung

Die zweite Stufe hat im tonalen Gefüge eine doppelte Rolle. Melodisch liegt sie zwischen Grundton und Terz und wird häufig als Durchgang gebraucht; harmonisch trägt sie einen Mollklang, der in der Funktionstheorie als Vertreter der Subdominante gilt und in Kadenzen regelmäßig vor der Dominante steht.

Im mittelalterlichen Hexachordsystem war re die zweite Silbe der Sechstonreihe; da die Hexachorde einander überlappten, konnte derselbe Ton je nach Bezug verschiedene Silben tragen, und die Mutation regelte den Wechsel.

Im romanischen Sprachraum ist re der Tonname für d. Zugleich ist d der Grundton des dorischen Modus in seiner Darstellung auf den Stammtönen — in der alten Ordnung der Kirchentöne der erste Modus, weshalb die Silbe in der Beschreibung modaler Musik häufig als Bezugspunkt erscheint.

In der Chromatik erhält die Silbe eigene Formen für die erhöhte und die erniedrigte zweite Stufe; letztere ist der kennzeichnende Ton des phrygischen Modus und liegt nur einen Halbton über dem Grundton.

Im Hexachordsystem war Re die zweite Silbe. In der Kodály-Methode wird Re mit einer schräg nach oben zeigenden flachen Hand dargestellt. Im relativen System ist Re die zweite Stufe und Grundton der Subdominantparallele. In Moll beginnt die Leiter bei relativer Solmisation auf La, sodass Re dort die vierte Stufe und Grundton der Subdominante ist. ## Spielpraxis

Singe do–re–mi als Grundmuster und achte darauf, dass re nicht zu eng genommen wird — die große Sekunde gerät regelmäßig zu klein. Behandle die zweite Stufe melodisch als Durchgang, nicht als Ziel. Und präge dir den Unterschied zwischen der normalen und der erniedrigten zweiten Stufe ein; er trennt Moll von Phrygisch.