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Solmisation

Festes Do

Do bezeichnet immer denselben Ton, unabhängig von der Tonart — im romanischen Sprachraum der Normalfall.

Was es bedeutet

Beim festen Do bezeichnen die Solmisationssilben absolute Tonhöhen: do ist immer c, re immer d, mi immer e, gleichgültig in welcher Tonart. Die Silben sind damit schlicht Tonnamen und treten an die Stelle der Buchstaben, die im deutschen und englischen Sprachraum üblich sind.

Musikalische Verwendung

Im romanischen Sprachraum — Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und weiten Teilen Lateinamerikas — ist das der Normalfall: Dort sind die Silben die einzigen gebräuchlichen Tonnamen, und eine Tonartangabe lautet entsprechend sol maggiore für G-Dur. Dabei entspricht si dem deutschen H.

Für die Gehörbildung hat das feste Do einen anderen Charakter als das bewegliche. Es bindet die Silben an absolute Tonhöhen und kommt damit dem absoluten Hören entgegen, sagt aber nichts über die Funktion eines Tones innerhalb der Tonart: In G-Dur ist sol der Grundton, in C-Dur die Quinte, und die Silbe unterscheidet das nicht. Wer Stufen hören lernen will, ist mit dem beweglichen Do besser bedient; wer in einem Land ausgebildet wird, in dem die Silben Tonnamen sind, lernt sie ohnehin so.

Veränderte Töne werden durch angehängte Wörter für Erhöhung und Erniedrigung bezeichnet, entsprechend den Vorzeichen.

Das feste Do wird in Frankreich, Italien, Spanien und vielen Ländern mit romanischer Sprache gelehrt, wo die Silben zugleich die Tonnamen sind. Es schult das absolute Tonbewusstsein und die direkte Verbindung von Silbe und Notenbild. Nachteilig ist, dass die Silben nichts über die Stellung des Tons in der Tonart sagen und chromatische Töne keine eigene Silbe haben. Darin liegt der Grundunterschied zum beweglichen Do, das Beziehungen zwischen den Stufen hörbar macht. Viele Ausbildungsstätten verbinden deshalb beide Verfahren. ## Spielpraxis

Kläre in gemischten Gruppen, welches System verwendet wird — dieselbe Silbe bedeutet in beiden Verschiedenes, und Missverständnisse sind hartnäckig. Wenn du mit romanischsprachigen Ausgaben arbeitest, notiere dir Tonarten einmal in deutscher Schreibweise. Und wähle für die eigene Gehörbildung ein System und bleibe dabei.