Doppio movimento
Doppeltes Tempo — die Zählzeit wird halb so lang.
Was es bedeutet
Doppio movimento heißt „doppelte Bewegung" und verlangt, ab der bezeichneten Stelle genau doppelt so schnell zu spielen. Die Angabe ist damit eine der wenigen, die ein Tempo exakt bestimmen: Was vorher eine Viertel dauerte, dauert nun eine Achtel; der Puls verdoppelt sich, die Zählzeit wird halb so lang.
Darin liegt der Unterschied zu allen ungefähren Tempowörtern. Più mosso verlangt lediglich „bewegter" und überlässt das Maß dem Ausführenden, accelerando einen allmählichen Übergang. Doppio movimento dagegen nennt ein Verhältnis, das sich nachrechnen lässt, und der Wechsel geschieht unvermittelt, nicht über eine Strecke.
Das Gegenstück ist metà movimento oder mezzo movimento, also halbes Tempo.
Im Notenbild
Die Angabe steht kursiv über dem System an der Stelle, ab der sie gilt. Häufig wird sie durch eine Notenwert-Gleichung verdeutlicht, bei der ein alter Notenwert einem neuen gleichgesetzt wird; diese Schreibweise ist eindeutiger als das Wort allein und in neueren Ausgaben verbreitet. Gelegentlich tritt zusätzlich eine Metronomzahl hinzu.
Musikalische Verwendung
Die Angabe steht an Stellen, an denen ein Abschnitt in einen deutlich schnelleren übergeht, ohne dass das metrische Gerüst wechselt: beim Übergang von einer langsamen Einleitung in den Hauptteil, beim Beginn einer Schlusssteigerung, beim Wechsel von einem getragenen in einen tänzerischen Teil. Weil das Verhältnis fest ist, bleibt der Zusammenhang zwischen beiden Teilen hörbar — der neue Abschnitt ist nicht einfach schnell, sondern messbar aus dem alten abgeleitet.
Spielpraxis
Rechne das neue Tempo vor dem Üben aus und stelle das Metronom darauf ein, statt nach Gefühl schneller zu werden; die häufigste Abweichung ist ein Tempo, das deutlich unter dem Doppelten bleibt. Halte im alten Abschnitt einen stabilen Puls, denn er ist die Bezugsgröße. Übe den Übergang gezielt: Die letzte Note des alten und die erste des neuen Tempos müssen ohne Lücke aneinander anschließen. Im Ensemble hilft es, den geteilten Notenwert vorher gemeinsam zu benennen, damit alle vom selben Bezugswert ausgehen.