Französischer Violinschlüssel
Historischer G-Schlüssel auf der untersten Notenlinie, heute nicht mehr gebräuchlich.
Was es bedeutet
Der Französische Violinschlüssel ist ein G-Schlüssel, der auf der untersten, also ersten Notenlinie sitzt. Die Spirale des Schlüssels umschließt damit die erste Linie und legt fest, dass dort das g¹ steht. Er ist ein historischer Schlüssel und heute nicht mehr gebräuchlich.
Musikalische Verwendung
Der Schlüssel war vor allem in der französischen Musik des 17. und 18. Jahrhunderts üblich, etwa für Violinen, Flöten und Oboen. Er hatte den Vorteil, dass hohe Stimmen mit wenigen Hilfslinien geschrieben werden konnten, weil sich der Notenraum nach oben ausdehnt. Heutige Ausgaben alter französischer Musik lösen ihn meist in den üblichen Violinschlüssel auf, sodass ein Wechsel der Lesart nötig ist.
Abzugrenzen ist der Französische Violinschlüssel vom heute üblichen Violinschlüssel, dessen Spirale die zweite Linie umschließt und g¹ auf die zweite Linie legt. Beide sind G-Schlüssel, unterscheiden sich aber in der Lage: Im Französischen Schlüssel liegen dieselben Noten eine Linie tiefer im System, sodass der Tonraum nach oben weiter reicht.
Spielpraxis
Wenn du historische Ausgaben mit dem Französischen Violinschlüssel liest, wandle die Noten im Kopf oder auf einem Blatt in den normalen Violinschlüssel um. Merke dir, dass die erste Linie g¹ ist, und lies von dort aus weiter; übe das an einfachen Melodien, bis der Schlüssel vertraut ist.