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Harmonik

Fundamentalbass

Der Fundamentalbass (französisch „basse fondamentale“) ist eine Vorstellung des französischen Komponisten und Theoretikers Jean-Philippe Rameau: die gedachte Folge der Grundtöne der Akkorde, unabhängig davon, welcher Ton tatsächlich im Bass erklingt. Alle Umkehrungen eines Akkords gehören zum selben Grundton.

Urheber
Jean-Philippe Rameau
Erstmals
Traité de l’harmonie, 1722
Gemeint ist
Folge der Akkordgrundtöne
Keine gespielte Stimme
ein theoretisches Modell

Der Bass hinter dem Bass

Im Satz spielt ein Bass nicht immer den Grundton des Akkords. Bei Umkehrungen liegt eine andere Stimme im Bass, und die Linie wird schrittweise und beweglich. Rameau fragte nach dem, was dahinter liegt: der Folge der Grundtöne. Im Beispiel unten ist der klingende Bass c–e–f–g–c, der Fundamentalbass dagegen c–c–f–g–c.

Der klingende Bass: Umkehrungen führen den Bass schrittweise

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Der tatsächliche Bass: c, e, f, g, c. Das e auf der zweiten Zählzeit steht im Bass eines C-Dur-Akkords, ein Sextakkord.

Der Fundamentalbass: die Grundtöne der Akkorde

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Dieselbe Folge als Grundtöne: C, C, F, G, C. Der zweite Akkord (markiert) hat dort den Grundton c, obwohl im Bass e erklingt. Die Umkehrung zählt nicht als neuer Akkord.

Im Glossar: Generalbass · Akkordumkehrung · Stufenakkord

Was Rameau damit erklärte

Rameau entwickelte den Gedanken in seinem „Traité de l’harmonie“ von 1722. Er erklärte damit die Verwandtschaft der Akkorde und den Zusammenhang einer Harmoniefolge aus dem Grundton statt aus dem oft wechselnden Basston. Der Fundamentalbass gilt als Grundlage der modernen Akkordlehre und der Stufentheorie, in der Akkorde nach dem Grundton auf den Stufen der Tonleiter benannt werden.

CC/EFGC

Abgrenzung

Der Fundamentalbass ist etwas anderes als der Generalbass. Dieser ist die real gespielte Basslinie, die mit Ziffern die darüber zu spielenden Akkorde angibt. Vom Basso seguente, der der tiefsten Stimme des Satzes einfach folgt, unterscheidet er sich ebenfalls. Der Fundamentalbass ist keine gespielte Stimme, sondern ein theoretisches Modell. Beim Analysieren übernimmt man den Gedanken heute noch, wenn man Akkorde mit Stufenzahl und Funktion bezeichnet, egal in welcher Umkehrung sie stehen.

Zum Üben: Nimm ein einfaches Lied mit Akkordsymbolen, in dem Umkehrungen vorkommen, und schreibe dazu zwei Basslinien auf: die klingende und die Folge der Grundtöne. Wo sie sich unterscheiden, steht eine Umkehrung.