Ges-Dur
Dur-Tonart mit sechs Bs; enharmonisch gleich Fis-Dur.
Was es bedeutet
Ges-Dur ist die Durtonart mit sechs Bs in der Vorzeichnung: b, es, as, des, ges und ces. Ihr Grundton ist ges, ihre Mollparallele es-Moll. Im Quintenzirkel liegt sie sechs Schritte auf der B-Seite und trifft dort auf Fis-Dur, mit dem sie auf temperierten Instrumenten klanglich identisch ist.
Musikalische Verwendung
Ges-Dur gilt als Tonart von weichem, warmem und oft träumerischem Klang, besonders am Klavier, wo die schwarzen Tasten der Hand gut liegen. Frédéric Chopin schrieb in Ges-Dur die Étude op. 10 Nr. 5, die „Schwarze-Tasten-Étude“, und ein Impromptu op. 51; Franz Schubert setzte sein Impromptu op. 90 Nr. 3 in diese Tonart. Für Streichinstrumente und Bläser ist Ges-Dur unbequem und wird meist vermieden.
Abzugrenzen ist Ges-Dur von Fis-Dur, das dieselben Töne mit sechs Kreuzen notiert; welche Schreibweise gewählt wird, entscheidet der harmonische Zusammenhang und die Lesbarkeit. Von G-Dur mit nur einem Kreuz unterscheidet es sich grundlegend in Vorzeichnung und Lage.
Spielpraxis
Übe Ges-Dur am Klavier, wo die Tonleiter fast ganz auf schwarzen Tasten liegt, und lies dann die Noten mit allen sechs Bs laut nach Tonnamen. Achte auf das ces, das wie h klingt, aber als ces gelesen und gedacht wird.