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Intervall

Große Sexte

Die große Sexte ist ein Intervall über sechs Stufen mit neun Halbtönen, zum Beispiel c–a. Sie klingt hell, offen und freundlich und ist die Umkehrung der kleinen Terz. In reiner Stimmung hat sie das Verhältnis 5:3.

Größe
6 Stufen, 9 Halbtöne
Verhältnis
5:3 (reine Stimmung)
Umkehrung von
kleiner Terz
Klang
hell, offen, fröhlich, einladend
Auf der Gitarre
neun Bünde Abstand
Gegenstück
kleine Sexte (8 Halbtöne)

Hell und offen

Auf der Seite Intervalle steht, die große Sexte sei die Umkehrung der kleinen Terz und deshalb eines der wärmsten und fröhlichsten Intervalle. Mit ihrem Verhältnis 5:3 klingt sie hell, offen, fröhlich und einladend. Sie gilt als typisches „Volksliedintervall“: Viele Volksmelodien aus aller Welt beginnen mit einer aufsteigenden großen Sexte.

Große Sexte: c bis a

c d e f g a 1 1 ½ 1 1

Sechs Stufen von c nach a, neun Halbtöne. Das a ist der sechste Ton der C-Dur-Tonleiter, ein Stammton.

Zum Vergleich: kleine Sexte c bis as

c d e f g as 1 1 ½ 1 ½

Ebenfalls sechs Stufen, aber nur acht Halbtöne. Das as statt a macht die Sexte um einen Halbton kleiner und dunkler.

Das Intervall hat neun Halbtöne. Die Übungsseite Intervalle üben nennt die Reihe: kleine Sexte acht, große Sexte neun, kleine Septime zehn. Ob eine Sexte groß oder klein ist, entscheidet sich also an einem einzigen Halbton.

Bekannte Melodien

Zwei bekannte Beispiele für Melodien, die mit einer aufsteigenden großen Sexte beginnen, sind „My Bonnie Lies Over the Ocean“ (g–e zu Beginn) und das NBC-Network-Logo (ebenfalls g–e).

Selbst ausprobieren: In Intervalle üben hörst du zwei Töne und benennst den Abstand. Melodiebeispiele wie „My Bonnie“ helfen, den Klang der großen Sexte wiederzuerkennen.

Die Sexte in der Harmonie

In der Funktionsharmonik ist die große Sexte zentral für die sechste Stufe einer Durtonart. Ein Beispiel der Seite Intervalle: In C-Dur ist die Tonikaparallele Am die sechste Stufe, deren Grundton a eine große Sexte über c liegt. Auf der Seite Paralleltonart steht, was das bedeutet: C-Dur und a-Moll teilen sich alle Töne.

Auch im Jazz spielt die große Sexte eine wichtige Rolle, laut Seite in 6er-Akkorden wie C6 gleich C–E–G–A. Im Hörbeispiel erklingt zuerst ein C-Dur-Dreiklang, danach derselbe mit hinzugefügtem a. In Voicings mit Sexte ist die große Sexte oft der oberste Ton.

CIC6I mit Sexte

Auf der Gitarre

MerkmalGroße SexteKleine Sexte
Halbtöne98
Verhältnis (rein)5:38:5
Gitarre, hohe E-Saite greifen9. Bund, klingt C♯8. Bund, klingt C
Charakterhell, offen, fröhlichSehnsucht, schmerzlich

Auf der Gitarre entspricht die große Sexte neun Bünden Abstand. Wenn du die hohe E-Saite im 9. Bund greifst, klingt C♯ mit 554,37 Hz. Die Frequenz erhöht sich gleichstufig um den Faktor 2^(9/12) ≈ 1,682; das reine Verhältnis 5:3 ≈ 1,667 ergäbe etwa 549,4 Hz. Weil neun Bünde ein großer Griffabstand sind, spielt man die große Sexte laut der Seite meist über einen Saitenwechsel oder einen Lagenwechsel.

Mit Flageolett lässt sich die große Sexte rein hören: Schlägst du nacheinander den dritten Naturton (über dem 7. Bund) und den fünften Naturton (über dem 4. Bund) an, klingt der Sprung dazwischen unmittelbar als reine, glasklar konsonante große Sexte. Der Zusammenhang steht auf der Seite Obertonreihe: Die große Sexte ist der Abstand zwischen dem dritten und dem fünften Teilton.

Häufige Fehler

  • Große und kleine Sexte verwechseln: Beide überspannen sechs Stufen, die große hat neun, die kleine acht Halbtöne.
  • Sexte und Septime vertauschen: Gezählt werden die Stufen im Notensystem, die große Sexte c–a hat sechs, die Septime c–h sieben.
  • Neun Bünde greifen wollen: Die Gitarre löst die Sexte meist über einen Saitenwechsel.