Kleine Sexte
Die kleine Sexte ist ein Intervall über sechs Stufen mit acht Halbtönen, zum Beispiel c–as. In reiner Stimmung hat sie das Verhältnis 8:5. Sie klingt dunkler als die große Sexte und gilt als Intervall der Sehnsucht.
- Größe
- 6 Stufen, 8 Halbtöne
- Verhältnis
- 8:5 (reine Stimmung)
- Umkehrung von
- großer Terz
- Auf der Gitarre
- acht Bünde Abstand
- Gegenstück
- große Sexte (9 Halbtöne)
Dunkler als die große Sexte
Auf der Seite Intervalle wird die kleine Sexte als Lieblingsintervall der Romantik beschrieben: Brahms, Schumann und Tschaikowsky setzen sie ein, um schmerzliche Sehnsucht oder unerfüllte Liebe auszudrücken. Auch in der Filmmusik wird sie oft genutzt, um emotionale Höhepunkte oder zarte Liebesszenen zu untermalen.
Kleine Sexte: c bis as
Sechs Stufen, acht Halbtöne. Das as liegt einen Halbton tiefer als das a der großen Sexte.
Als bekannte Beispiele für eine aufsteigende kleine Sexte nennen Ohrentraining-Übersichten die Einleitung von „In My Life“ (The Beatles) und die Zeile mit dem Wort „fire“ in „We Are Young“ (fun.).
| Kleine Sexte | Große Sexte | |
|---|---|---|
| Halbtöne | 8 | 9 |
| Verhältnis (rein) | 8:5 | 5:3 |
| Hohe E-Saite greifen | 8. Bund, klingt C (523,25 Hz) | 9. Bund, klingt C♯ (554,37 Hz) |
| Charakter | Sehnsucht, schmerzlich | hell, offen, fröhlich |
Auf der Gitarre und in der Obertonreihe
Bei etwa 5/8 der Saitenlänge klingt die kleine Sexte. Auf der Gitarre sind das acht Bünde Abstand, auf der hohen E-Saite im 8. Bund klingt C. Gleichstufig erhöht sich die Frequenz um den Faktor 2^(8/12) ≈ 1,587 (523,25 Hz); das reine Verhältnis 8:5 = 1,6 ergäbe etwa 527,4 Hz. Acht Bünde sind laut Seite ein großer Griffabstand und werden meist nicht in einer Handposition gegriffen, sondern durch Lagenwechsel oder Saitenwechsel. Auf zwei benachbarten Saiten kann man die kleine Sexte oft mit drei Bünden Versatz greifen (auf der G- und H-Saite mit vier).
In der Obertonreihe ist die kleine Sexte der Abstand vom fünften zum achten Teilton. Als eigenständiger Flageolett-Ton lässt sie sich schwer isolieren, sie ergibt sich vielmehr aus dem Vergleich der höheren Naturtöne.
Häufige Fehler
- Kleine und große Sexte verwechseln: Beide überspannen sechs Stufen, die kleine hat acht, die große neun Halbtöne.
- Mit der Quinte mischen: Die Sexte überspannt sechs Stufen, die Quinte fünf.
- Acht Bünde auf einer Saite greifen: Die Gitarre löst die Sexte meist über Saiten- oder Lagenwechsel.
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Verwandte Begriffe
Große SexteGroße TerzIntervallOktaveObertonreiheReine IntervalleTeilton
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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